Am 26. Juni 2017 leitete Imam Chamenei in der Imam-Chomeini-Musalla (größter Gebetsplatz am Rand von Teheran) vor Hunderttausenden das Festgebet zum Eid-ul-Fitr. Es folgt die sinngemäße Übersetzung der beiden zugehörigen Ansprachen auf der Grundlage der englischen Originalübersetzung.


Erste Ansprache

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden.

Aller Dank gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und der Frieden und Segen seien mit unserem Meister und Propheten Abul-Qassim al-Mustafa Muhammad und seiner reinen, fehlerlosen, auserwählten und vortrefflichen Familie, welche die Rechtgeleiteten rechtleitet, insbesondere mit dem Verbliebenen Gottes auf Erden (Imam Mahdi (a.)). Und der Frieden sei mit den Führern der Muslime, welche die Unterdrückten leiten und die Gläubigen unterstützen.

Ich gratuliere euch allen Lieben, die ihr das Ritualgebet verrichtet, allen Menschen im Iran und der gesamten islamischen Umma zum Glück verheißenden Eid-ul-Fitr! Allen Muslimen sei zum Segen ihres Fastens im Monat Ramadan gratuliert und zum erfolgreichen Ausgang dieser göttlichen Prüfung, die eine Quelle der Tugend und des Glücks für die Seele ist. Ich hoffe, dass Gott eure Gebete und Bittgebete erhört und dass er seine Gnaden und Segnungen über euch ausschüttet.

Der Monat Ramadan hat unserem Volk in diesem Jahr wahrlich Glück beschieden. Wir haben aus nächster Nähe bezeugen dürfen, wie es in seinem Verhalten und in seinen Zeremonien Gottvertrauen und Gottesnähe zeigte. Viele verschiedene Gruppen veranstalteten öffentliche Gottesdienste. Die Atmosphäre war erfüllt von Spiritualität, Gottesnähe und Gottvertrauen einer besonderen, dem Monat Ramadan würdigen, Qualität.

Das Fasten an den heißesten und längsten Tagen im Jahr ist ein Zeichen von Spiritualität und Begeisterung. Das war im ganzen Land für jedermann sichtbar, insbesondere in den extrem heißen Gebieten, jeder hat die fastenden Jugendlichen, Männer und Frauen erlebt.

Darüber hinaus fiel die Beteiligung unserer Jugend an den religiösen Zeremonien auf: Gemäß den Berichten, die ich erhielt, wurden hunderte dieser herzlichen und gut besuchten Zeremonien allein in Teheran abgehalten – Tag und Nacht –, und Jugendliche bildeten die Mehrheit der Teilnehmer. Das gilt sowohl für Veranstaltungen der islamischen Lehre als auch für die Quransitzungen. Und abgesehen von hunderten großen Versammlungen gab es zahllose kleinere Treffen im ganzen Land.

Ein weiterer Segen sind die öffentlichen Iftar-Speisungen in den Moscheen und auf den Straßen. Diese Tradition hat sich in den letzten Jahren im Volk ausgebreitet; sie organisieren bescheidene Iftars in den Moscheen, auf öffentlichen Plätzen und Straßen, speisen die Passanten. Dies ist eine sehr wertvolle Tradition und ein guter Brauch. Auch das war dieses Jahr überall zu sehen.

Desweiteren wurde in diesem Monat Gefängnisinsassen geholfen, die finanzielle Unterstützung [zum Ausgleich ihrer minderen Vergehen] benötigten. Auch spendete unser Volk vermehrt für die Behandlung von Kranken. Es wurde viel gespendet, diese Aufgabe wurde ausgeführt. Ein Monat Ramadan, der derart begangen wird, ist wahrlich Glück verheißend für das Volk.

Was die Nächte der Bestimmung [layalat-ul-qadr] betrifft, so waren diese wahrlich Nächte des Gottvertrauens, der Bittgebete und Anrufungen um Gotteshilfe. Die vergossenen Tränen, das Weinen und die Herzen, die sich auf die Heiligkeit Gottes ausrichteten, waren überaus kostbar. Das alles stärkt die spirituelle Grundlage unseres Volkes und hilft dem Einzelnen, wenn er einen schwierigen Weg zu gehen hat.

Und zum Ende dieses Monats wurden die Quds-Demonstrationen in Herrlichkeit und Ehre begangen. An den längsten Tagen im Jahr und bei dieser Hitze zogen die Leute auf die Straßen – manche mit ihren Kindern – und hielten die Demonstrationszüge ab. Es handelt sich um eine großartige Bewegung unseres Volkes, einen gewaltigen Erfolg und eine symbolträchtige und historische Leistung. Dazu werde ich noch einiges [in der zweiten Ansprache] sagen.

Geehrte Brüder, geehrte Schwestern, was ihr in diesem Monat erlangt habt, ist ein göttlicher Vorrat für euch selbst. Diesen Vorrat solltet ihr euch erhalten, in dem ihr euren Zustand beibehaltet. Ihr solltet nicht aufhören, den Quran zu rezitieren, und ihr solltet definitiv eurem täglichen Gebet weiterhin Beachtung schenken. Behaltet diese Eigenschaften bei!

Dieser Monat war der Monat der Entsagung und der Angewöhnung von Gottesbeachtung. Daraus solltet ihr den größtmöglichen Gewinn ziehen, um eurer selbst willen. Ich hoffe, dass ihr mit der Zufriedenheit Gottes und seiner Gnade gesegnet werdet, inschallah.

Abschlusssura: Sura Tauhid (112)

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden

  1. Sprich: Er ist Gott, ein einziger.
  2. Gott, der Undurchdringliche.
  3. Er hat nicht gezeugt, und er ist nicht gezeugt worden.
  4. Und niemand ist ihm ebenbürtig.

Zweite Ansprache

Aller Dank gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und der Frieden und Segen seien mit unserem Meister und Propheten Abul-Qassim al-Mustafa Muhammad und seiner reinen, fehlerlosen, auserwählten Familie: mit dem Befehlshaber der Gläubigen (Imam Ali), mit der wahrhaftigen Reinen, der Fürstin aller Frauen (Fatima), mit Hassan und Hussein, den Fürsten der Jugendlichen im Paradies, mit Ali ibn Hussein al-Zein-ul-Abidien, mit Muhammad ibn Ali al-Baqir, dem Kenner des Ersten und Letzten, mit Dschafar ibn Muhammad al-Sadiq, mit Musa ibn Dschafar al-Kazhim, mit Ali ibn Musa al-Ridha, mit Muhammad ibn Ali al-Dschwad, mit Ali ibn Muhammad al-Hadi, mit Hassan ibn Ali al-Zaki al-Askari und mit dem Hudschat al-Qaim Mahdi. Frieden sei mit ihnen allen. O Gott, mache uns ihrer Schia zugehörig, zu ihren Unterstützern und mache uns zu ihren Gefährten in ihrer Anwesenheit und ihrer Abwesenheit.

In dieser (zweiten) Ansprache möchte ich einiges zu inländischen Themen sagen und einiges über allgemeine Themen der islamischen Welt.

Was die inländischen betrifft, so sage ich unserem geehrten Volk: Seid stolz auf die Großtaten, die ihr vollbracht habt. Erfreut eure Herzen daran! Gewährt der Hoffnung angesichts dieser Leistung einen Platz in euren Herzen.

Erstens habt ihr kurz vor diesem gesegneten Monat eure Begeisterung für die Präsidentschaftswahlen der ganzen Welt präsentiert – das war eine großartige und bedeutende Errungenschaft! Und zweitens waren die Quds-Demonstrationen ein gewaltiger Erfolg. Die kraftvolle Offensive der Revolutionsgarde gegen die Feinde [Mittelstreckenrakete gegen ISIS-Terroristen in Syrien] war ein weiterer Erfolg.

Unsere persönlichen, spirituellen und religiösen Errungenschaften bilden unseren spirituellen Vorrat. Gleichsam sind sie auch ein gesellschaftlicher Vorrat, auf den wir bauen können. Entsprechend müssen sie bewahrt werden, damit sie unsere Einheit, Solidarität und unseren revolutionären Antrieb erhalten können. Wir müssen in unseren Herzen das Streben nach revolutionären Zielen und Idealen bewahren und es als ein erhabenes Ziel ansehen.

Ich hoffe, dass mit Gottes Segen die neue Regierung schnellstmöglich gebildet wird und sie schnellstmöglich damit beginnen wird, die notwendigen Aufgaben im Land zu erfüllen. Viele große Aufgaben liegen vor uns, die von den Verantwortlichen mit der Hilfe des Volkes bewältigt werden müssen. Sie sollten sich auf die heimische Produktion und Erwerbstätigkeit für die Jugendlichen konzentrieren, beides gehört zu den wichtigen Herausforderungen. Wir haben dieses Jahr zum Jahr der nationalen Produktion und Erwerbstätigkeit erklärt. Mit Gottes Gunst wird diesen Aufgaben in einer ernsthaften Weise nachgegangen.

Die kulturellen Fragen gehören ebenfalls zu den wichtigsten Aufgaben. Wir haben viele kulturelle Schwachstellen und Mängel, durch die der Feind eindringen kann. Sowohl die Exekutive als auch die vielen Organisationen des Volkes stehen in der Verantwortung.

„Handeln nach eigenem Ermessen“ [ein Terminus, den Imam Chamenei seit einiger Zeit verwendet, um auf die Verantwortung des Einzelnen und von Gruppen hinzuweisen] bedeutet, kulturelle Aufgaben eigenständig und wirksam auszuführen. Die Jugendlichen, Intellektuellen, Vordenker und die zielstrebigen Persönlichkeiten im ganzen Land sind aufgefordert, die kulturellen Herausforderungen innovativ in Angriff zu nehmen. Sie sollten kulturelle Mängel erkennen und an ihrer Beseitigung arbeiten.

„Handeln nach eigenem Ermessen“ bedeutet nicht, illegale Maßnahmen zu ergreifen oder Leute zu verdammen. Es bedeutet nicht, oberflächlichen Personen, die abwegige Aussagen verbreiten, einen Vorwand zu liefern, gegen die revolutionäre Ausrichtung des Landes vorzugehen.

Die revolutionären Kräfte sollten mehr als alle anderen auf Disziplin und Harmonie im Land achten. Sie sollten achtgeben, dem Feind keine Möglichkeit zu geben, von der Situation im Land zu profitieren, und sollten Sorge tragen, dass das Gesetz eingehalten wird. Das gehört zu den vordersten Pflichten revolutionärer Kräfte, die das Wohl und die Ziele des Landes im Blick haben.

Kommen wir zu den Angelegenheiten der islamischen Welt. Viele Wunden wurden der Umma zugefügt. Die Ereignisse im Jemen bilden eine große Wunde, ebenso die Ereignisse in Syrien. Eine Vielzahl von Problemen in den islamischen Ländern verletzt die Umma. Die islamische Welt muss in aller Deutlichkeit ihre Unterstützung für das Volk des Jemens erklären! Sie sollte sich öffentlich von den Unterdrückern und brutalen Einzelpersonen lossagen, welche diese Menschen in den Tagen des Monats Ramadan angreifen, in diesem heiligen Monat.

Auch sollten sie das Volk von Bahrain und Kaschmir unterstützen. Unser Volk kann eine Quelle der Unterstützung dieser großen Bewegung der islamischen Welt sein. So wie wir in aller Offenheit unsere Position gegenüber den Freunden und Feinden verkünden, sollte auch die ganze islamische Welt vorgehen, insbesondere die Intellektuellen und die Gelehrten. Sie sollten eindeutige Positionen beziehen und Allah den Erhabenen mit ihnen zufrieden werden lassen, selbst wenn die Unterdrücker und andere mit ihnen unzufrieden sein werden.

Allah unser, bei den Segnungen für Muhammad und seine Familie, erweitere deine Segnungen tagtäglich auf die islamische Umma.

Allah unser, bei den Segnungen für Muhammad und seine Familie, mache uns tagtäglich vertrauter mit unseren Verantwortungen.

Abschlusssura: Sura Asr (103)

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden

  1. Bei der Zeit!
  2. Der Mensch erleidet bestimmt Verlust.
  3. Außer denjenigen, die glauben und die guten Werke tun, und einander die Wahrheit empfehlen und die Standhaftigkeit empfehlen.

Der Frieden, die Gnade und der Segen Allahs seien mit Ihnen.

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