Monat Ramadan, USA

USA investierten 7 Billionen in Westasien – ohne Erfolg: Imam Chamenei zum Eid-ul-Fitr

Am Freitag (15. Juni) hielt Imam Chamenei in der Imam-Chomeini-Musalla in Teheran während des Festgebets zum Eid-ul-Fitr vor hunderttausenden Zuhörern die folgenden beiden Predigten. Wir haben die englische Originalübersetzung sinngemäß ins Deutsche übertragen.

1. Predigt des Festgebets

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden

Alle Dankpreisung ist Allahs, dem Herrn der Welten. „Die Dankpreisung ist Allahs, der die Himmel und die Erde erschaffen und die Finsternisse und das Licht gemacht hat! Dennoch setzen diejenigen, die ungläubig sind, ihrem Herrn (andere) gleich.“ (Heiliger Quran, 6:1)

Alle Segnungen sind von Allah, den ich preise, von dem ich Hilfe ersuche, dem ich meine Reue darbiete, zu dem ich umkehre. Und der Segen und die Grüße seien mit seinem Liebsten und Erhabensten, dem besten seiner Diener, Abul Qassim Mustafa Muhammad, und seiner reinen und auserwählten Familie, die rechtleiten die Rechtgeleiteten, die fehlerfreien und hochverehrten – insbesondere mit dem letzten Verbliebenen Allahs auf Erden (Imam Mahdi (a.)).

Und Grüße seien mit den Führern der Muslime, die unterstützen die Unterdrückten und leiten die Gläubigen.

Ich gratuliere Ihnen allen, liebe Brüder und Schwestern, die Sie hier bei dieser großartigen Versammlung anwesend sind, und allen Menschen im Iran sowie der gesamten islamischen Umma zum verheißungsvollen Eid-ul-Fitr. Einer Überlieferung zufolge ist Eid-ul-Fitr der Tag, an dem die Gerechten ihren Lohn ernten und die Bösartigen einen Verlust erleiden.[1] Alhamdulillah gehört die Mehrheit unseres Volkes zu den Gerechten.

Eine andere Überlieferung lautet: „Gott hat wahrlich den Monat Ramadan zu einem Feld des Wettstreits für seine Diener berufen. Durch ihren Gehorsam Gott gegenüber und ihren Gottesdienst wetteifern sie um seine Zufriedenheit.“[2]

Dankenswerterweise erlangt unser Volk in diesem Wettstreit jedes Jahr mehr Punkte. Wenn wir dieses Jahr mit den vergangenen Jahren vergleichen, so stellen wir fest, dass der Grad der Spiritualität und das Streben nach guten Taten, die uns näher zu Gott dem Erhabenen führen, in unserem Volk zugenommen hat.

Erst vor wenigen Jahren begann die Tradition des täglichen öffentlichen Quranlesens in Versammlungen in einigen Städten – heute hat sich diese dem Monat Ramadan ehrwürdige und wunderschöne Tradition auf viele Städte im ganzen Land verbreitet. Diese Zeremonien, in denen die Menschen ihre Begeisterung im Rezitieren aus dem Quran und dem Verlesen von Bittgebeten zum Ausdruck bringen, haben sich jedes Jahr ausgeweitet. Dieses Jahr habe ich einige Nachforschungen angestellt und festgestellt, dass die diesjährigen Zeremonien herzlicher, enthusiastischer und stärker besucht waren als in allen vergangenen Jahren. Das genau ist das erwähnte Feld des Wettstreits um die Zufriedenheit Gottes.

Das öffentliche Anbieten des Iftars ist in unserem Volk ebenso alhamdulillah schon seit Jahren eine Tradition. Sie legen Teppiche in Moscheen, auf den Straßen und Plätzen aus und bieten den Menschen ein bescheidenes Mahl zum Iftar an oder verteilen Iftar-Pakete. Auch diese Tradition hat sich dieses Jahr ausgeweitet. Das gehört zum Fortschritt im göttlichen Wettstreit.

Der Höhepunkt dieser Vortrefflichkeiten wurde in den Qadr-Nächten erreicht, als wir die große Zahl der Teilnehmer an diesen großartigen Versammlungen in den verschiedenen Teilen dieser Stadt [Teheran] bezeugten und in etlichen Städten im ganzen Land. Die Menschen streckten ihre Hände gen Himmel, sprachen zu Gott dem Erhabenen, erbaten seine Hilfe, beteten zu ihm. Das reinigte ihre Seelen und bestärkte ihre Aufrichtigkeit.

Ein weiteres Merkmal dieses Wettstreits war der Qudstag, der ein unvergleichliches Ereignis in der Islamischen Republik ist. Dieses Jahr war es sogar noch beeindruckender: In der Hitze der Sommersonne, an diesem langen Fastentag und nachdem die Menschen die Nächte des Schicksals im Gebet verbracht hatten, strömten sie auf die Straßen voller Enthusiasmus und Begeisterung – nur wenige Stunden nach der letzten der drei Qadr-Nächte. Beobachter berichteten mir, dass dieses Jahr mehr Menschen an den Demonstrationen teilgenommen haben als jemals zuvor.

Das Volk ist wachsam. Sie sind hochmotiviert und keinesfalls ermüdet. Jene, die das Mantra der feindlichen Propaganda verbreiten, unser Volk sei müde und erschöpft, sind vielmehr selbst müde. Sie selbst sind erschöpft und sie schließen von sich auf das Volk. Das Volk, das kurz nach der letzten Qadr-Nacht derart enthusiastisch und begeistert auf die Straßen strömte, wobei sämtliche Schichten der Gesellschaft vertreten waren – Männer, Frauen, Ältere und Jugendliche –, dieses Volk ist nicht müde oder enttäuscht. Dieses Volk erachtet das Feld der Arbeit als das Feld des Wettstreits und seine Spiritualität steigt alhamdulillah täglich an, ganz besonders im Monat Ramadan.

Trotz der umfangreichen Methoden, die darauf abzielen, die Menschen von der Spiritualität zu entfernen, hat sich unser Volk der Spiritualität verpflichtet. Es stellt sich einer Welt entgegen, die sich in Richtung Verderbnis und spiritueller Verkommenheit entwickelt. Und diese Kraft unseres Volkes beruht vor allem auf unserer Jugend. Wenn unsere Jugend ihre Spiritualität offen zeigt, ist dies eine unersetzliche Stärke. Das bewahrt die Identität, Unabhängigkeit, Würde und Größe des Landes.

O Gott, bei den Segnungen von Muhammad und seiner Familie, festige die Würde, Spiritualität, Größe und Weiterentwicklung unseres großartigen und reinen Volkes in Ewigkeit.

„Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden.
Sprich: Er ist Allah, ein Einziger.
Allah, der Beständige.
Er hat nicht gezeugt und er ist nicht gezeugt worden.
Und niemand ist ihm gleich.“ (Heiliger Quran, Sura 112)

2. Predigt des Festgebets

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden

Alle Dankpreisung ist Allahs, dem Herrn der Welten, und der Segen und die Grüße seien mit unserem Meister und Propheten Abul Qassim Mustafa Muhammad und mit seiner seiner reinen, makellosen und auserwählten Familie, die rechtleiten die Rechtgeleiteten und die fehlerlos sind. O Allah, sende deine Segnungen auf deinen Waliy, den Fürsten der Gläubigen Ali ibn Abi Talib, seiner geliebten Zahra Mardiyya [die Zufriedengestellte], auf Hassan und Hussein, die Fürsten der Jugend im Paradies, Ali ibn Hussein, die Zierde der Gottesdiener, Muhammad ibn Ali Al-Baqir, Wissender des Ersten und Letzten, Dschafar ibn Muhammad Al-Sadiq, Musa ibn Dschafar Al-Kazhim, Ali ibn Musa Ar-Rida, Muhammad ibn Ali Al-Dschwad, Ali ibn Muhammad Al-Hadi, Hassan ibn Ali Al-Zakiy Al-Askari und auf den Beweis unserer Zeit, dem sich erhebenden Mahdi (a.). Göttliche Segensgrüße seien mit ihnen allen.

Und Grüße seien mit den Führern der Muslime, die unterstützen die Unterdrückten und leiten die Gläubigen.

In diesem Jahr wurde der Qudstag auch von anderen Völkern mit einem größeren Enthusiasmus und mit mehr Begeisterung begangen. Wir wurden über die Demonstrationen zum Qudstag in verschiedenen Ländern informiert. Das bedeutet, dass trotz der Propaganda der Feinde die muslimischen Völker sich enger mit dem iranischen Volk verbinden. Ihre jeweiligen Positionen und Ausrichtungen nähern sich einander.

Selbstverständlich entwerfen die satanischen Mächte fortwährend neue Verschwörungen und Pläne gegen das iranische Volk, denn sie sind besorgt um die Widerstandskraft, die Macht, die Unabhängigkeit, den Mut und die Kreativität des iranischen Volkes und um seinen Einfluss unter anderen Völkern. Diese Mächte geben ihr Bestes, aber mit der Gnade Gottes wurden sie jedes Mal zurückgeschlagen.

Der US-Präsident sagte öffentlich, dass die USA sieben Billionen Dollar in ihre Projekte und Feldzüge in Westasien investiert haben. Er selbst betonte, dass nicht bloß Milliarden investiert wurden, sondern Billionen. Er sagte: „Wir haben sieben Billionen Dollar in dieser Region ausgegeben, aber wir haben nichts erreicht!“ Das ist nichts anderes als eine Niederlage. Die USA wurden in dieser Region zurückgeschlagen. Trotz all ihrer Bemühungen, Versuchungen für die Völker und Propaganda ist es den USA, dem Großen Satan, nicht gelungen, seine Ziele in der Region zu erreichen.

Sie haben ihr Geld vergeblich ausgegeben: „Diejenigen, die [die Wahrheit] verhüllen, spenden ihr Vermögen, um vom Weg Gottes abzuweisen. Sie werden es spenden, und dann wird es ein Bedauern für sie sein. Anschließend werden sie besiegt werden.“ (Heiliger Quran, 8:36) Von nun an wird das Ergebnis immer dasselbe sein: Ganz gleich, wie viel Geld die satanischen Kräfte in dieser Region ausgeben werden, sie werden schlussendlich nichts erreichen. Dennoch muss das Volk des Irans wachsam bleiben. Sie sollten deren Verschwörungen aufdecken.

Geehrte Brüder, geehrte Schwestern, heute liegt die Verschwörung des Feindes in der Ausübung von wirtschaftlichem Druck auf das ganze Land. Sie wollen das Volk belasten, damit es müde und erschöpft wird. Jeder muss an dieser Front arbeiten, besonders die Regierung und weitere Staatsbedienstete. Die Regierung besteht im allgemeinen Sinne aus der Gesamtheit der Regierungsorganisationen [nicht nur aus dem Kabinett]. Alhamdulillah wurde eine Kommission unter Teilnahme der Leiter und Mitglieder der drei Regierungsabteilungen gebildet, die sich dieser Thematik widmet. Ihr Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung zu verfolgen und wichtige Entscheidungen zu treffen und ihre Umsetzung zu überwachen. Mit der Gnade Allahs sollte dieser Aufgabe in größter Verantwortung nachgegangen werden.

Das Volk steht auch in der Verantwortung, der es nachkommen muss. Insbesondere sollte es dem Thema Extravaganz seine Aufmerksamkeit widmen. Ich habe das Thema vor einigen Jahren bereits erwähnt. Extravaganz und Verschwendung sollten vermieden werden zugunsten von Ausgaben, die dem Land und den Ärmeren in der Gesellschaft dienlich sind. Heutzutage befindet sich ein großes Geldvolumen im Land. Jene, die über dieses Geld verfügen, sollten es in die nationale Produktion investieren, sodass die wirtschaftlichen Schwierigkeit gelöst werden. Das Wirtschaftsleben im Land hängt von der Produktion ab. Das ist die Verantwortung des ganzen Volkes.

Wer geschäftlich im Ausland tätig ist, sollte darauf achten, keine Produkte zu importieren, deren Äquivalente im Land produziert werden. Ebenso sollten Importeure keine unnötigen Produkte ins Land einführen, die nicht den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen. Das ist ihre Verantwortung.

Jeder sollte sich selbst eine Liste von Aufgaben überlegen, denen er nachkommen kann, um die Unabhängigkeit der Wirtschaft des Landes zu unterstützen.

Jene, die sich daran gewöhnt haben, [zum Vergnügen] in fremde Länder zu reisen, sollten diese Gewohnheit aufgeben. Sie sollten diese Vergnügungsreisen außerhalb des Irans beenden, die oft unter verschiedenen Vorwänden angetreten werden. Selbstverständlich gilt das nicht für die Hadsch und für die Ziyaras zu den Ahlulbayt (a.) [im Irak], denn diese kosten das Land nicht viel Geld. Im Gegenteil bringen sie bestimmte Segnungen [für das Land] mit sich.

Wir wurden darüber informiert, dass das Wirtschaftsministerium einige Schritte zur Verbesserung der Geschäfts- und Beschäftigungsverhältnisse unternommen und manche Hindernisse ausgeräumt hat. Das ist der richtige Weg, den sie weiter verfolgen sollten. Die Verfolgung der Korruption muss mit größter Ernsthaftigkeit fortgesetzt werden. Dasselbe gilt für die Bekämpfung der Extravaganz. Die Jugend, die in Produktions- und Ingenieursfeldern tätig ist, muss motiviert werden. Alhamdulillah geschieht das im Land mehr und mehr. Manche Jugendliche arbeiten hart und voller Begeisterung in diesen wichtigen Gebieten.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Einheit des Volkes, die nationale und gesellschaftliche Einheit. Bedauerlicherweise sind heutzutage Beleidigungen, Verleumdungen und Anfeindungen im Internet unter einigen Menschen zu einer üblichen Praxis geworden. Sicherlich sind das nicht viele Leute, aber sie schaden dem Land und der öffentlichen Stimmung. Manche dieser Taten sind große Sünden. Wir müssen nach einer Atmosphäre der Einheit und Solidarität streben. Man möge seine gegenseitigen Zwiste vertagen, denn heute attackiert der Feind das Land. Jeder sollte dem anderen die Hand reichen, alle müssen vereint zusammenstehen. Sie sollten gemeinsam in eine Richtung arbeiten, für die Größe und Unabhängigkeit dieses Landes.

Ich fordere mit Nachdruck, dass gewisse Leute die Propaganda des Feindes nicht wiederholen mögen, die Teil von deren psychologischen Kriegsführung ist und die Moral des Volkes mittels der Medien unterminieren soll. Der Feind verbreitet seine Propaganda, um die Moral des Volkes zu schwächen, und leider sehen wir, dass einige im Land die Worte des Feindes wiederholen. Sie verbreiten dieselben Lügen und dieselben unaufrichtigen Aussagen, entweder um die Zufriedenheit des Feindes zu erlangen oder aufgrund ihrer falschen Analysen. Derartiges sollten wir nicht mehr tun.

Mit Gottes Gnade und Gunst wird die Zukunft dieses Landes aufgrund seines spirituellen Geistes und seines Fortschritts ganz erheblich besser sein als sein heutiger Zustand.

O Gott, bei den Segnungen von Muhammad und seiner Familie, schütte deine Segnungen aus über die erhabene Seele des Imams [Chomeini] und die reinen Seelen der Märtyrer. Mache dieses Eid-ul-Fitr zu einem gesegneten Fest für das gesamte iranische Volk.

„Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden.
Bei der Zeit.
Wahrlich, der Mensch ist im Zustand des Verlustes.
Außer denjenigen, die glauben und die gute Werke tun und einander die Wahrheit empfehlen und einander die Standhaftigkeit empfehlen.“ (Heiliger Quran, Sura 103)

Und der Frieden sei mit Ihnen und Allahs Segen und seine Gnade.


  1. Siehe die Überlieferungssammlung Tuhaf al-Uqul. ↩︎

  2. Auch aus Tuhaf al-Uqul. ↩︎


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