Es ist eine medizinische und statistische Wahrheit, die jeder kennt und die niemand anzweifelt: Wer homosexuell lebt, ist einem höheren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Wie stark schätzen Sie diesen Zusammenhang zum Beispiel bei HIV ein? Doppelt so hoch? Viermal? Es mangelt nicht an wissenschaftlichen Studien, die diese Zusammenhänge untersucht und erklärt haben, diese werden unten vorgestellt. Haben Sie aber dennoch Schwierigkeiten, eine Antwort zu finden, so hat das seine Gründe.

Der gesundheitsschädliche Aspekt von Homosexualität ist in der öffentlichen Debatte nämlich offensichtlich in den Hintergrund gerückt. In den Massenmedien, mit der Ausnahme US-amerikanischer Ärzteserien, nur noch wenig thematisiert, scheint der Zusammenhang zwischen einer homosexuellen Lebensweise und vielen gefährlichen Krankheiten selbst aus dem Internet verschwunden zu sein, zumindest von den ersten Suchergebnissen der dominanten Suchmaschine Google. Wer nach „Krankheiten und Homosexualität“ googelt, findet in den ersten Treffern überwiegend Online-Zeitungsartikel, in denen erklärt wird, dass Homosexualität in der Westlichen Welt ehemals als Krankheit gegolten habe, heute aber nicht mehr. Wer Berichte oder gar medizinische Studien mit mehr Details zu den Zusammenhängen zwischen Homosexualität und Krankheiten sucht, muss explizit nach bestimmten Krankheiten suchen oder gezielt einschlägige Quellen und Übersichtsseiten angehen.

Das mediale Desinteresse überrascht, betrifft das Problem doch die Gesellschaft als Ganzes und nicht nur den Einzelnen. Es herrscht nämlich ein starker statistischer Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Homosexualität in einer Gesellschaft oder einem Milieu auf der einen und der gesamtgesundheitlichen Gefährdung aller seiner Mitglieder auf der anderen Seite. Mit anderen Worten: Je verbreiteter Homosexualität in einer Gesellschaft ist, desto stärker begibt sie sich in gesundheitliche Gefahr. Betrachten wir einige ausgewählte Krankheiten im Einzelnen.

AIDS (engl. Acquired Immune Deficiency Syndrome) war lange als die Homosexuellenkrankheit eng mit dem Diskurs um Homosexualität verknüpft. Das hat seine Gründe, wie unten aufgezeigt werden soll. AIDS ist eine durch verschiedene Krankheitsbilder und Tumore gekennzeichnete tödliche Krankheit, die aufgrund einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus, besser bekannt als HIV, ausbricht.[1] Mehrere Phasen der HIV-Infektion führen zum so genannten AIDS-Vollbild, in dem der Infizierte typischerweise von Krankheiten befallen wird, die für einen Menschen mit funktionierendem Abwehrsystem unter normalen Umständen nicht lebensgefährlich sind. Für den Aidskranken aber steigt nicht nur das Risiko z. B. an Tuberkulose, Lungenentzündungen, Pilzinfektionen oder Tumore zu erkranken. Aufgrund der Immunschwäche führen diese Krankheiten auch zum Tode des Infizierten.

Das HI-Virus überträgt sich über sexuellen Kontakt, Bluttransfusionen und Injektionsnadeln (vorwiegend beim Drogenkonsum). Darüber hinaus können bereits infizierte schwangere Mütter die Krankheit auf ihre Kinder übertragen, was in Deutschland aber äußerst selten der Fall ist und bei frühzeitigen Gegenmaßnahmen effektiv bekämpft werden kann. Unter diesen vielen Übertragungsmöglichkeiten ist die Übertragung zwischen homosexuellen Männern in Deutschland und in der gesamten westlichen Welt absolut dominant.

Die Häufigkeit einer Krankheit in einer Gesellschaft oder einem Milieu wird in der Medizin als Prävalenz bezeichnet. Der Messwert für die Zahl der Neuerkrankungen ist die Inzidenz. Vergleichsweise aktuelle Zahlen zur Prävalenz und Inzidenz von HIV in Deutschland bietet das Robert Koch Institut. Laut deren epidemiologischen Übersicht gab es in Deutschland Ende 2015 etwa 84.700 HIV-Infizierte, wobei die große Mehrheit auf Männer fiel (69.500). Bei 54.100 ging die Infektion auf Sex zwischen Männern zurück.[2]

Diese Zahlen müssen allerdings relativ betrachtet werden, denn nur so wird das tatsächliche Gefährdungsrisiko deutlich, für das homosexuelle Praktiken bei der Verbreitung der Epidemie in der Gesellschaft verantwortlich sind. Studien zufolge gaben etwas mehr als fünf Prozent der Männer an, irgendwann in ihrem Leben schon einmal einen homosexuellen Kontakt gehabt zu haben.[3] Das bedeutet: Auf deutlich unter drei Prozent der Gesellschaft entfallen über 60 Prozent der Infektionen. Betrachtet man die Prävalenz, also die Neuinfektionen, so fällt dieses Verhältnis mit fast 70 Prozent noch dramatischer aus: Von 3200 Neuinfektionen entfielen im Betrachtungszeitraum 2200 auf Männern, die Sex mit Männern hatten. Damit ist die statistische Wahrscheinlichkeit, sich in dieser Gruppe mit HIV zu infizieren fast 70 (!) mal so hoch, wie für heterosexuell lebende Menschen.

Verlauf der HIV-Infektionen in Deutschland
Abbildung 1: Verlauf der HIV-Neuinfektionen in Deutschland zwischen 1975 und 2015 getrennt nach Transmissionsgruppen, in rot hervorgehoben: MSM (Männer, die Sex mit Männern haben). Die anderen Transmissionsgruppen sind IVD (Übertragungen durch intravenösen Drogenkonsum) und Heterosexuelle Übertragungen. Quelle:[^2]

Ein Faktor, der die Verbreitung dieser und weiterer Seuchen intensiviert, ist die Promiskuität unter homosexuell lebenden Männern, also der häufige Wechsel des Geschlechtspartners. Homosexuelle Beziehungen sind mit durchschnittlich 1,5 Jahren nicht nur sehr kurz; während dieser Zeit haben die Männer unterschiedlichen Studien zufolge parallel noch sexuellen Kontakt zu durchschnittlich drei[4] bis zwölf[5] weiteren Männern.

AIDS ist jedoch nicht die einzige körperliche Krankheit, für deren Verbreitung vor allem homosexuelle Praktiken und die tendenzielle Promiskuität homosexueller Männer verantwortlich sind. Ähnlich verhält es sich mit weiteren Seuchen, wie z. B. Syphilis, einer potenziell tödlichen Infektionskrankheit, die sich durch Geschwüre und Schwellungen kennzeichnet und die gerade in den letzten Jahren einen starken Anstieg der gemeldeten Fälle zu verzeichnen hat. Hier ist der Anteil der Infektionen, die 2015 auf homosexuelle Kontakte zwischen Männern zurückzuführen sind, mit 84,7 Prozent sogar noch höher als beim HI-Virus, Tendenz steigend, wie die Abbildung unten zeigt. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist bei Männern, die Sex mit Männern haben, damit mehr als 90 mal so hoch wie beim Rest der Gesellschaft.

Syphilis-Infektionen nach Infektionsweg
Abbildung 2: Anzahl gemeldeter Syphilis-Infektionen nach Infektionsweg und Jahr der Diagnose; Deutschland, IfSG-Meldezahlen 2001 – 2015 (n=54.747), MSM=Männer, die Sex mit Männern haben. Quelle:[^6]

Viele weitere Krankheiten lassen sich aufzählen. Von diesen werden im Folgenden Hepatitis B[6] und Hepatitis C[7] beleuchtet, da sie sehr häufig vor allem bei homosexuellen Männern als Co-Infektion mit AIDS auftreten.[8] Hepatitis-Infektionen können lebensgefährlich werden und zählen zu den häufigsten Ursachen von Leberkrankheiten wie der Leberzirrhose und dem Leberzellkarzinom (Krebs).

Untenstehende Abbildung skizziert die Ergebnisse einer größeren Studie mit fast 2000 Probanden, in der die Co-Infektionen der genannten Krankheiten (einschließlich Syphilis) mit dem HI-Virus beschrieben wurden. Die Fläche der Ellipsen in der Abbildung spiegelt die jeweiligen Anteile der Co-Infektionen mit HIV unter Männern, die Sex mit Männern haben, wider. Mit 57,7 Prozent war über die Hälfte der HIV-infizierten Probanden auch mit mindestens einer der weiteren Krankheiten infiziert.

Prävalenzen von HIV bei Homosexuellen Männern
Abbildung 3: Prävalänzen von Co-Infektionen mit HIV bei Männern die Sex mit Männern haben. In weiß: zwei und mehr Co-Infektionen. Stichprobe: N=1.838. Quelle:[^9]

Die Liste der Krankheiten verursacht durch Homosexualität ist mit den beschriebenen Epidemien längst nicht komplett. Viele weitere Seuchen wie Tripper (Gonorrhoe), Feigenwarzen (Condylome), Filzläuse etc. ergänzen die Aufzählung. Im Ergebnis können aus den oben detaillierter ausgeführten Beispielen dennoch Schlüsse gezogen werden.

Vor dem Hintergrund, dass die Übertragungswege dieser und weiterer Krankheiten ziemlich genau bekannt sind, sprechen wir hier nicht von einer zufälligen statistischen Korrelation, sondern in den meisten Fällen von einer direkten Kausalität. Die homosexuelle Praxis führt aufgrund anatomisch-medizinischer Tatsachen mit sehr stark erhöhter Wahrscheinlichkeit zu einer der Krankheiten, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sogar zu Co-Infektionen.

Wie ist damit umzugehen? Als erstes darf die gesundheitliche Gefahr, die mit homosexuellen Praktiken einhergeht, nicht mehr verharmlost, oder treffender gesagt, ignoriert werden. Der Diskurs um die moralische Frage von Homosexualität muss einerseits dieses Thema einschließen und andererseits die Aufmerksamkeit der Gesellschaft wieder auf diese Problematik lenken, da der Gesundheitsaspekt uns wirklich alle betrifft (und sei es nur über höhere Krankenkassenbeiträge).

Wer an einer gesunden Gesellschaft interessiert ist, sollte auch nicht davor zurückscheuen, als zweiten Schritt die Verharmlosung von Homosexualität zu kritisieren. Ganz unabhängig von der Schuldfrage an homosexuellen Neigungen darf vor allem unsicheren Kindern und Jugendlichen nicht der Eindruck vermittelt werden, dass Homosexualität etwas ungefährliches oder gar wünschenswertes ist. Gerade Jugendliche verfügen häufig über eine instabile sexuelle Orientierung. Homosexuelle Neigungen in der Jugend schwenken in den meisten Fällen mit steigendem Alter zu heterosexuellen zurück (jedoch praktisch nie anders herum).[9] Junge Heranwachsende unter diesen Umständen zu einem Coming-out zu motivieren, kommt einer Gefährdung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens gleich.


  1. Wilhelm Kirch (2008). Encyclopedia of public health ↩︎

  2. Epidemiologische Kurzinformation des Robert Koch-Instituts ↩︎

  3. Alter der befragten Männer: 25-44 Jahre. - Für das Alter 15-44 Jahre ist die repräsentative Zahl 5,2%. - US-Centers for Disease Control, März 2011. (Aktuelle Daten aus Deutschland nicht auffindbar.) ↩︎

  4. Bochow, M. et al. (2010), Schwule Männer und HIV/AIDS: Lebensstile, Szene, Sex 2007 - Ein Befragung im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ↩︎

  5. Xiridou, M. et al. (2003), The contribution of steady and casual partnerships to the incidence of HIV infection among homosexual men in Amsterdam; AIDS 17(7) ↩︎

  6. Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin, Virushepatitis B und D im Jahr 2014 ↩︎

  7. Schreier, Höhne (2001) Hepatitis C – Epidemiologie und Prävention ↩︎

  8. Jansen, et al. (2015), High Prevalence and High Incidence of Coinfection with Hepatitis B, Hepatitis C, and Syphilis and Low Rate of Effective Vaccination against Hepatitis B in HIV-Positive Men Who Have Sex with Men with Known Date of HIV Seroconversion in Germany ↩︎

  9. Savin-Williams RC (2007), Prevalence and stability of sexual orientation components during adolescence and young adulthood. ↩︎

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