Dies sind mittlerweile zwei sehr gängige Begriffe in der westlichen Welt. Kaum ausgesprochen, wurden sie schon etabliert. Schaut man sich aber mal genauer an, was sie in Wahrheit bedeuten, stellt sich die Frage, ob wirklich Experten an solchen Begriffen arbeiten oder irgendwelche Scharfmacher, die nichts anderes als Unruhe stiften wollen.

Was ist eine Phobie genau? Im Duden heißt es: „(Eine) extreme Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen.“ Der Begriff stammt aus dem griechischen phóbos (deutsch: Furcht).

Eine Phobie ist also nichts harmloses und zeigt sich in unterschiedlichen Situationen. Die Angst vor Spinnen oder Schlangen führt z. B. dazu, dass Menschen völlig aus der Fassung geraten, schreien oder sogar wegrennen. Es ist also eine extreme Furcht.

Man findet wohl kaum Menschen in unserer Gesellschaft, die schreiend vor einer Frau mit Kopftuch wegrennen, nur weil sie erkennbar eine Muslima ist. Und niemand flippt aus, weil er oder sie einen Mann mit Bart sieht und vermutet, dass er Muslim sei. Solche Phänomene sind in der Realität kaum auffindbar. Der Begriff Islamophobie ist somit abzulehnen und nicht anwendbar auf den Islam oder eine andere Religion. Man kann die Religion ablehnen, aber das bedeutet nicht, dass sich daraus eine Phobie entwickelt. Selbst eine unterbewusste Angst vor den Islam ist nicht gleich eine Phobie.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Homophobie. Es gibt keine Christen, Juden oder Muslime, die vor Angst schreiend weglaufen, weil sie einen Homosexuellen sehen oder mit ihm sprechen. Auch hier ist Ablehnung möglich, was aber auch anderen Menschen im Alltag widerfahren kann. Aber die Bezeichnung Phobie ist maßlos übertrieben und soll jene Ablehnung lediglich dramatisieren. Der Begriff Homophobie entspricht nicht der Realität dessen, was er beschreiben sollte und ist ein immer und immer wiederverwendetes mediales Hirngespinst.

Es handelt sich eindeutig um zwei misslungene Wortneuschöpfungen. Lehnt jemand den Islam ab, dann ist das nun mal so. Man kann die Menschen nicht zwingen, eine Religion zu mögen. Was aber nicht bedeutet, dass der Versuch eines Dialogs sich damit erledigt hat. Auch kann niemand einen Menschen zwingen Homosexualität zu mögen. Leider denken einige in dieser Gesellschaft, man könne es unter Zwang durchsetzen und bezeichnen dafür Gegner der Homosexualität pauschal als homophob.

Hier liegt also ein Missbrauch von Begriffen vor, der meist von Pseudo-Sprachreformern aus der Presse und anderen Bereichen des täglichen Lebens genutzt wird, um Konflikte in der Gesellschaft zu schüren. Man könnte behaupten, dass doch wenigstens der Begriff der Islamophobie den Muslimen nützlich ist und sie schützt. Dieser Nutzen ist zurückzuweisen, weil man nicht pauschal Menschen einfach so eine Phobie unterstellen kann. Somit schadet dieser Begriff mehr als er nützt. Des Weiteren sollten Muslime ihre Haltung auch ohne solche Begriffe verteidigen können und gleichzeitig Vorwürfe wie den der Homophobie durchschauen und erkennen, dass es nur leere Begriffe sind.

Auffällig an der Diskussion dieser Begrifflichkeiten ist, dass beide Begriffe auf eine Weise speziell mit Muslimen zu tun haben. Eine Phobie wird aus einem bestimmten Grund ausgelöst und damit wird unterstellt, dass der Grund, sei er auch objektiv ungerechtfertigt, von Seiten der Muslime ausgelöst wird. Was die Homophobie anbelangt, wird zwar der Begriff unter anderem auch auf Andersgläubige angewendet, jedoch sind die Muslime besonders strikt in der Ablehnung von Homosexualität, was sie zur besonderen Zielscheibe solcher Begriffe macht und noch machen wird. Dennoch sollte die islamische Gemeinschaft weiterhin standhaft ihre Position vertreten und sich nicht von solchen Bezeichnungen irritieren lassen.

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