Imam Chamenei, Spiritualität

Imam Chamenei: Die Spiritualität muss vor Angriffen geschützt werden

Am 11. Dezember 2018 hielt Imam Chamenei eine Rede in der Konferenz zu Ehren der Märtyrer, abgehalten in Birdschand, Hauptstadt der Provinz Süd-Chorassan. Anwesend waren Vertreter der Märtyrer-Familien, Abgesandte von Märtyrer-Organisationen, Autoren von Märtyrer-Biografien sowie der Gouverneur von Süd-Chorassan und weitere Regierungsvertreter. Es folgt die sinngemäße Übersetzung der englischen Originalübersetzung.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden

Eine der besten und ehrenhaftesten Aufgaben unserer Zeit ist das Gedenken an die Märtyrer (der Heiligen Verteidigung gegen die Invasion des Iraks). Insbesondere in manchen Regionen unseres Landes, in denen sich die Bevölkerung stärker für Religion und Revolution begeistert, wird dieser Aufgabe mit mehr Eifer und größerer Würde nachgegangen. Und Ihre Provinz Süd-Chorassan gehört Gott sei Dank zu diesen Regionen.

Seit vielen Generationen schon stammen viele fromme Persönlichkeiten und Gelehrte aus Ihrer Region – aus Birdschand, Qaen und weiteren Städten. Ich selbst habe die drei verstorbenen Großgelehrten Tahami, Ayati und Arefi miterlebt, von denen zwei in Nadschaf studiert haben. Der geehrte Ayati war selbst Schüler des Aqa Zia, Tahami ein Schüler von Naini, und Arefi ein Schüler des Hadsch Scheich, einem der damaligen Hauza-Lehrer in Qum.

Ich durfte die Frömmigkeit der Menschen dieser Region bezeugen. Im Jahr 1342 (1963/64), als es hier noch keinerlei Vorzeichen der späteren Revolution gab, reiste ich hierher und sprach über revolutionäre Ideen. Die Leute empfingen mich in ihrem Enthusiasmus voller Herzlichkeit und Wärme, es war unglaublich. Diese Menschen nahmen später auch in der Heiligen Verteidigung größte Anstrengungen auf sich: Über zweitausend Märtyrer von hier gaben ihr Leben für die Revolution. Und das ist nur die Zahl der namentlich bestätigten Opfer, dazu kommen noch die vielen Vermissten sowie das ehrenvolle Opfer der Kriegsverwundeten, Kriegsgefangenen und weiteren, die sich für die Revolution eingesetzt haben. Mit Gottes Erlaubnis wird die Bevölkerung dieser Provinz und der Geist dieser Region in Zukunft weiterhin aus den Segnungen ihrer Märtyrer großen Nutzen ziehen.

In unserer heutigen Zeit muss das ganze Land seiner Märtyrer gedenken. Die Angriffe des Feindes in spirituellen Belangen sind weitaus gefährlicher und schwerwiegender als seine Angriffe auf anderen Gebieten – auch schwerwiegender als militärische Angriffe oder Vergleichbares. Und der Feind konzentriert seine Angriffe auf unsere Spiritualität. In seinen militärischen und wirtschaftlichen Angriffen auf die Revolution ist er verzweifelt und frustriert, und so verzweifelt er auch in seinen Angriffen auf die Spiritualität unserer Bevölkerung.

Das revolutionäre Aufleben der Spiritualität ist im ganzen Land zu verspüren. Nichtsdestotrotz bedarf diese Entwicklung unserer Anstrengung. Das bisher Erreichte entstammt einem großartigen Einsatz und dieser Einsatz muss fortgesetzt und intensiviert werden, dann wird sich unsere Spiritualität mit Gottes Gnade weiterentwickeln.

Auf diesem Weg sind diese Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Märtyrer von größter Wichtigkeit und hohem Wert. Setzen Sie diesen Weg fort! Organisieren Sie weiterhin Veranstaltungen zu Ehren unserer Märtyrer, schreiben Sie Biografien über diese Helden. Manch eine Biografie über einen der Allgemeinheit unbekannten Märtyrer, der kein Offizier und keine bekannte Persönlichkeit war, vermag die Herzen der Menschen tiefgreifend zu berühren. Das geschieht, wenn eine solche Biografie in einer angemessenen Darstellung und in akribischer Arbeit zusammengestellt wird. Nehmen Sie sich dieser Aufgabe weiterhin an.

Inzwischen sind dreißig Jahre seit dem Ende des Krieges vergangen, aber der Geist der Heiligen Verteidigung reicht ins Unendliche, weitet sich tagtäglich aus. Wenn unsere geehrten Märtyrer heute am Leben wären, würden Sie auch heute die Revolution unter Einsatz ihres Lebens verteidigen. Wer sich heute für die Revolution in dieser Weise einsetzt, der verteidigt die Identität des Landes und den Islam mit seiner eigenen Person und seiner Spiritualität. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Wenden Sie sich an die Eltern und Verwandten der Märtyrer. Leider sind viele ihrer Eltern schon verschieden, aber besuchen Sie jene, die noch leben: die Väter und Mütter der Märtyrer und, falls sie verheiratet waren, ihre Ehefrauen. Befragen Sie sie über den Märtyrer, fragen sie nach seinem Leben, nach seiner Persönlichkeit, führen Sie Interviews. Erst danach haben Sie Material in der Hand, um Biografien zu verfassen. Achten Sie auf die Qualität Ihrer Arbeit im Gedenken an die Märtyrer! Quantität ist zweifellos wichtig, aber die Qualität ist hierbei noch entscheidender. Ich bitte um die Beachtung der Qualität, mit Gottes Erlaubnis.

Schließlich entsende ich hochachtungsvoll meine Grüße zu unseren geliebten Märtyrern und ihren Familien, den Märtyrern der Provinz Süd-Chorassan, Birdschand und weiteren Städten dieser Region. Ebenso möchte ich gerne das Volk Süd-Chorassans grüßen; ich bitte Herrn Ebadi (Gouverneur von Süd-Chorassan) darum, meine Grüße weiterzuleiten. Und ich hoffe, er wird, wie er es vorhin sagte, sich den Sorgen der Menschen widmen und mit der Regierung die hier notwendigen Aufgaben erfüllen.

Der Friede Gottes und sein Segen seien mit Ihnen.


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