Wenn praktizierende Muslime in den Medien als Krieger ihrer Religion dargestellt werden, ist ein Stück Wahrheit darin enthalten. Muslime in praktizierenden Familien werden im Kindesalter von ihren Eltern dahingehend erzogen, widerstandsbereit für den Krieg zu sein. Die Verteidigungsstrategien, die sie in ihren Familien erlernen, sind hilfreich im Umgang mit dem Feind. Der richtige Umgang ist maßgebend, da schlussendlich jeder religiöse Muslim tagtäglich mit dem Feind konfrontiert ist – sei es in der Schule, auf der Arbeit, beim Einkaufen usw. In Deutschland auf diese Weise aufzuwachsen ist unüblich, denn normalerweise beschäftigen sich Kinder in dem Alter eher damit, welche Buntstifte oder welche Schuhe sie am liebsten hätten, statt sich mit Widerstand und den notwendigen Ausrüstungen für den Krieg auseinanderzusetzen.

Entscheidend bei einer solchen Kindererziehung ist es vor allem, den Kindern nahe zu bringen, wer der Feind ist. Denn nur wer seinen Feind in all seinen Facetten kennt, kann sich wirklich Widerstand leisten. In praktizierenden Familien wird der Feind als grausam, hinterhältig und ungerecht beschrieben. Wer einen solchen Feind hat, ist folglich verpflichtet, seine Kinder früh genug aufzuklären und notwendige Maßnahmen zu ergreifen.

Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit. Eines Tages brachte mein Vater eine Waffe mit nach Hause. Wir versammelten uns im Wohnzimmer und er präsentierte uns die Waffe. Er erklärte uns, dass der Kampf gegen den Feind lediglich durch diese Waffe erfolgreich gewonnen werden könne. Eine solche Waffe hatte ich noch nie gesehen, nicht einmal im Fernsehen. Er zeigte uns, wie wir die Waffe zu gebrauchen hatten. Als wir es langsam lernten, brachte er jedem von uns eine solche Waffe. Das ist Routine in allen praktizierenden Familien. Die Waffe darf man allerdings nicht in der Öffentlichkeit zeigen, da sich viele Menschen davor fürchten. Für praktizierende Muslime ist eine solche Waffe nicht beängstigend, da man schlussendlich damit aufwächst und genau weiß, wie sie eingesetzt werden kann.

Ganz erstaunlich dabei ist, dass man im Erwachsenenalter irgendwann merkt, dass viele Menschen von dem Kampf, auf den viele praktizierende Muslime sich vorbereiten, nichts wissen. Viele Menschen beschäftigten sich gar nicht mit diesem Thema. Auch wissen sie nicht, dass es einen solchen Feind gibt. Doch Menschen wie ich sind überzeugt von ihrem Weg; ich würde mich durch und durch als Dschihadistin bezeichnen. Und auch wenn viele Menschen von einem solchen Kampf nichts wissen oder sich davor fürchten, so sind dennoch viele praktizierende Muslime darum bemüht, ihre Mitmenschen aufzuklären. Einige Menschen lassen sich überzeugen und treten über. Einige Menschen hingegen lehnen diesen Weg ab und möchten davon nichts hören. Wiederum andere wehren sich aktiv gegen eine solche Lebensweise und bekämpfen diese sogar. Doch dieser Krieg ist essenziell; es wäre eine Überlegung wert, in den Schulen und Universitäten Fächer und Kurse anzubieten, die die Vorbereitung auf einen solchen Krieg thematisieren. Schüler und Studenten sollten die Wahrheit über den Feind erfahren und sich kriegerisch darauf einstellen können.

Wüsste die Menschheit nur, welche Vorteile ein solcher Krieg mit sich bringen würde, und wie viel Übel dadurch ausgelöscht würde, schlösse sie sich diesem Weg an. Dieser Kampf wäre die Errettung der Menschheit.

Dieser Kampf, dem sich praktizierende Muslime tagtäglich stellen, ist der Kampf gegen das eigene Ego. Und die Waffe, die sie hierfür nutzen, sind die Worte Gottes: der Koran. Und es ist ihre Religion, die ihnen an erster Stelle lehrt, einen Kampf gegen das eigene Ego zu führen. Der Egoismus soll überwunden und Nächstenliebe und Gutmütigkeit angestrebt werden. Statt Habsucht und Gier soll Freigebigkeit Platz im Herzen des Menschen finden. Ungerechtigkeit und Unterdrückung sollen unterbunden werden, in dem Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit gestärkt werden. Das sind Lehren, die ein praktizierender Muslim anstrebt. Sie sind keine Dschihadisten gegen Völker und Nationen; sie sind Dschihadisten gegen ihr eigenes Ego. Und ein solcher Krieg gegen das eigene Ego sollte nicht nur von praktizierenden Muslimen geführt werden. Jeder Mensch, unabhängig von Nationalität, Kultur und Religion, sollte sich selbst erziehen und Werte, die kontraproduktiv für die Erhaltung einer Gesellschaft sind, von sich fernhalten. Eine solche Selbsterziehung kann nur durch eine angemessene Erziehung seitens der Eltern und der Schulen erfolgen. Nur wenn die Menschheit bereit ist, seinen eigentlichen Feind, sein Ego, zu identifizieren und dagegen anzukämpfen, werden all die Kriege, die die Menschen untereinander führen, ein Ende finden.

Dieser Artikel dient als Provokation gegen all jene, die glauben, dass die Mentalität der Muslime sich durch Gewalt und Terror auszeichnet. Wenn ein religiöser Muslim betet, fastet, spendet und all seinen Verpflichtungen nachgeht, wird er seitens Teilen der nicht-muslimischen Gesellschaft als radikaler Muslim bezeichnet. Dabei sind viele Menschen in Unkenntnis darüber, dass all die Verpflichtungen ein Werkzeug dafür sind, um das eigene Ego zu kontrollieren. Muslimische praktizierende Familien erziehen ihre Kinder dazu, das eigene Ego zu erkennen und zu kontrollieren. Eine solche Kindererziehung sollte geschätzt sein in diesen Zeiten, in der Habsucht, Egoismus und Konkurrenzkampf zur Normalität geworden sind. Mit der Hoffnung, dass die Anzahl der Dschihadisten in diesem Sinne stetig steigt…