Aschura

Die Vollendung des Lichtes von Imam Hussein

Was sind das für außerordentliche Menschen, die der liebe Gott erschaffen hat als Leuchttürme der Rechtleitung und Zeichen seiner Barmherzigkeit: Imam Hussein (a.) und seine Gefährten, die Helden von Kerbala. Helden mit einer unglaublichen Geschichte, und doch wissen leider nur wenige davon. Wie kann es sein, dass solche Märtyrer der Wahrheit, Vorbilder der Opferbereitschaft, Menschen edlen Charakters mit der höchsten Moral heute immer noch wenig bekannt sind?

Geschuldet ihren angeblichen Anhängern, welche die glanzvollen Gemälde dieser reinen Personen mit Blut verschmieren, so dass deren bezaubernde Selbstlosigkeit mit ihrer falschen Praktik der Selbstgeißelung in Geisel genommen wird. Anhänger, welche ihre Helden von Kerbala auf heulende und leidende Männer, Frauen und Kinder reduzieren, die bei jeder Kleinigkeit in Ohnmacht fallen. Habt ihr denn nicht Imam Husseins (a.) Aussage gehört, als man ihn zwingen wollte, den Treueid zu leisten, wie er dem Tyrannen standhaft sagte: „Bei Allah! Ich werde weder meine Hand den Tyrannen geben, noch werde ich mich erniedrigt unterwerfen.“

Wann werdet ihr dessen gewahr, dass ihr mit solchen unsinnigen Praktiken die Menschen von der Liebe Husseins abhaltet?

Geschuldet der Hasswelle der triebbestimmten Sklaven, die sich selbst frei nennen. Freigemacht haben sie sich aber nur von Moral und allem Göttlichen. Ihrer Begierde leisten sie Folge, und die Anhäufung von Geldern und Gütern streben sie an – auch auf Kosten anderer. Selbst wenn es bedeutet, andere im Meer ertrinken zu lassen, Kriege anzuzetteln, andere zu diskriminieren. Hauptsache, das eigene Kapital bleibt verschont und gewinnt dabei sogar an Mehrung. Auch die Helden von Kerbala hatten es zu tun mit Unterdrückern, die an denselben Krankheiten litten.

Damals war es Zainab – der Friede Gottes sei mit ihr – , die dem Unterdrücker ihrer Zeit, Yazid, sein Versagen erklärte: „Zettelt an, was ihr anzetteln könnt, und verstärkt eure Bemühungen gegen uns, wie ihr wollt. Bei Gott; weder werdet ihr unserer Stellung schaden, noch unseren Rang erlangen, auch könnt ihr euch nicht von der Schande und der Ehrlosigkeit entledigen, die ihr jetzt zur Genüge habt, da ihr Übertreibung und Unterdrückung an uns verübt habt. Eure Worte sind nun nichtig und eure Ansammlungen sind vergänglich und eure Tage sind gezählt. – Hütet euch vor dem Tag, an dem der Ansager bekanntgeben wird, dass der Fluch Gottes auf den Unterdrückern und Ungerechten ist.“

Wollt ihr nicht darüber nachdenken, dass all das Gesammelte nur von kurzer Dauer und geringem Verbleib ist, und dass der Urheber des Universums euch zur Rechenschaft ziehen wird an einem Tage, an dem keiner Seele in irgendetwas Unrecht getan wird, selbst wenn es das Gewicht eines Senfkorns hat?

Geschuldet meiner Seele, die das Schlechte befiehlt, die meine Unfähigkeit, sie zu zähmen, ausnutzt und mich in den Niedergang der Selbstverliebtheit beschleunigt. Mit jedem Verfehlen schirme ich das göttliche Licht, welches allgegenwärtig strahlt, mehr von mir ab. Wie kann ein Mensch, der sich in die Dunkelheit versetzt hat, wahrhaftiger Träger des Gotteslichts sein? Wie kann einer, der die größte Anstrengung gegenüber sich selbst verloren hat, das göttlich manifestierte Licht von Imam Hussein (a.) weitergeben und über seine großen Anstrengungen gegen die Unterdrücker seiner Zeit philosophieren? Hast du, o Seele, nicht von Hurr gelernt, der im letzten Moment seine Seele besiegt hat und sich, den Imam seiner Zeit um Vergebung anflehend, zu seinen Füßen niederwarf.

O tadelnde Seele, ist es nicht Zeit, dass du endlich erwachst, dass du endlich die Schleier der Dunkelheit abreißt, damit du auf dem Pfad der Liebe von Imam Hussein und seiner Karawane wanderst und verschmilzt mit den Strahlen von Gottes Licht?

Doch die Vollendung des Lichtes Imam Husseins obliegt dem Allmächtigen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Liebe von Imam Hussein jedes Menschen Herz, das noch nicht versteinert ist, berühren wird:

Sie wollen das Licht Gottes mit ihrem Mund auslöschen. Aber Gott besteht darauf, sein Licht zu vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist. Er ist es, der seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat, um ihr die Oberhand zu verleihen über alle Religion, auch wenn es den Polytheisten zuwider ist. (Heiliger Koran, 9:32–33)


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Mohsen Radi

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