Wer kennt sie nicht: die „Unabhängigen“ und „Neutralen“. Die sich keiner Richtung zugehörig fühlen. Jene, die keine Richtung haben, auf die sie sich festlegen. Die sich gerne als unpolitisch bezeichnen und verstehen.
Können wir unpolitisch sein? Und wie politisch sind die Unpolitischen wirklich?

Durch die Propaganda der Feinde des Islam sagen heute viele Muslime: Religion muss von der Politik getrennt werden. Sie fragen, was denn die Gelehrten mit der Regierung und der Politik zu tun hätten. Nach Ansicht vieler Muslime grenzt es an Unglauben, wenn sich der Gelehrte an Politik und Regierung beteiligt. Dabei meint die Aussage „Religion und Politik sollen getrennt bleiben“ im Grunde nur eines: Religion soll sich der Politik unterordnen. Wir aber sagen: Die Regierung und Führung gebührt den Guten und Aufrichtigen, nicht den Ungerechten und Unterdrückern.

Wenn Regierungen (an sich) schlecht wären, wenn Muslime sich davon fernhalten müssten, hätte Gott die islamischen Regierungen und Führungen vom Propheten Dawud (a.), Sulayman (a.) und anderen aufrichtigen Dienern nicht im Quran als gute Beispiele erwähnt. Und auch der Prophet Muhammad (s.) hätte keine islamische Regierung errichtet. Es muss immer eine politische Führung geben. Imam Ali (a.) sagt: „Ein Hakim (Befehlshaber) ist für die Menschen notwendig. Ob er ein Unterdrücker ist oder aber ein Gerechter.“
Es geht also nicht ohne. Warum also nicht gleich den Vernünftigsten und Aufrichtigsten folgen?

Fragt man einen Salafisten, also eine Schachfigur der USA, welchen politischen Weg er einschlägt, sagt er: „Ich bin unpolitisch. Ich folge nur Quran und Sunna.“ Fragt man einen Schirazi, eine Schachfigur Großbritanniens, heißt es: „Ich bin neutral. Ich folge nur der Ahl-ul-Bait.“ Auch populistische Islamfeinde, also Schachfiguren der Zionisten, geben sich unpolitisch. Sie poltern gegen die Politiker und vergessen dabei, dass sie selbst politisch sind.

Der Islamfeind Geert Wilders ist ein gutes Beispiel. Oft spricht er über die politische Klasse und die korrupten Berufspolitiker, dass sie nur am Geld interessiert seien. Dabei ist er selbst ein Berufspolitiker und sitzt im Parlament. Dieser Politiker will mit seiner unpolitischen Masche die politisch Ungebildeten locken.

Die Unpolitischen findet man in jeder Epoche. Auch zur Zeit von Fatima Zahra (a.) unmittelbar nach dem Tode ihres Vaters, des Propheten Muhammad (s.). Nachdem Abu Bakr sie enteignete und ihr das von ihrem Vater (s.) geerbte Landgut Fadak entwendete, kündigte sie an, in die Öffentlichkeit zu gehen. Es war eine Sensation: Fatima (a.), die Tochter des Propheten Muhammad (s.), wird in der Moschee eine Rede halten! Alle eilten zur Moschee. Ihre Rede ist bis heute erhalten. Darin sagt sie, gerichtet an jene, die sich für unabhängig und neutral hielten: „Ihr wart für Tyrannen und Gewalttätige leicht zu gewinnen, kamt ihren Wünschen entgegen und wurdet denen, die das Feuer wollten, zu erwünschten Flammen ...“

Fatima (a.) spricht in diesem Auszug jene an, die sich nicht in die politischen Angelegenheiten einmischen wollten. Jene, die sich für neutral und unpolitisch hielten. Ohne es zu merken, wurden diese „Unpolitischen“ von den Politischen missbraucht. So konnten die Herrscher ihre politische Macht weiter ausbauen und festigen. Für die Tyrannen waren die Unpolitischen schon immer die besten Machtstabilisatoren. Auch heute gibt es Leute, die für Tyrannen „leicht zu gewinnen“ und „erwünschte Flammen“ sind. Diese Unpolitischen sind meistens, ohne es zu merken, stark politisch.

Unpolitisch meint in diesem Zusammenhang politisch ungebildet. Unpolitische merken aufgrund ihrer politischen Unbildung nicht, wie sie von den Tyrannen wie Schachfiguren bewegt werden. Man kann sich in der politischen Ausrichtung irren. Aber: Wer sich politisch nicht ausrichtet, begeht einen großen Irrtum. Wer keinen klaren politischen Weg gefunden hat, geht in die Irre. Wer sich politisch nicht entschieden hat, über den kann jeder entscheiden. Die meisten Diener unserer Zeit dienen dem Tyrannen nicht willentlich. Sie dienen ihm, ohne es zu bemerken. Einige glauben, sie würden den Tyrannen bekämpfen. Dabei spielen sie ihm unweigerlich in die Hände.

Der Mensch kann nicht unpolitisch sein. Wer das behauptet, ist entweder unwissend oder treibt ein politisches Versteckspiel. Mehr noch: Nichts ist politischer als die Behauptung, unpolitisch zu sein.
Die von den USA gegründete und finanzierte Terrorgruppe ISIS und andere Takfiri-Terroristen hatten auch deswegen einige Unterstützer, weil sie vorgaben, unpolitisch zu sein. Genau diese Unpolitischen sind für die Tyrannen die erwünschte Flamme. Sie werden von den Tyrannen wie Marionetten missbraucht.

In unserer heutigen Zeit brauchen wir einen klaren politischen Weg. Wir müssen so stark von ihm überzeugt sein, dass wir sicher sind, dass jede andere Richtung falsch ist. Heute ist das der Weg der Wilaya, angeführt von Imam Chamenei. Er allein schützt uns davor, in die Fänge des Tyrannen zu geraten, seinem Feuer eine Flamme zu sein. Und das ist keine kühne Behauptung: Imam Chameneis Weg ist seit seinem Bestehen erfolgreich. Im Kampf gegen die schlimmsten Despoten unserer Zeit hat er sich bewährt. Wer sich seinem Weg anschließt, ergreift die sicherste Stütze. Das haben mehrere Jahre Erfahrung gezeigt: Die Zukunft gehört der Wilaya.

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