Quran, Wissenschaft

Der Koran im Spiegel der modernen Wissenschaft

Inhaltsverzeichnis


1. Die Zeichen: Die Erkennenden und die Leugnenden

Der Koran weist uns in vielen Versen darauf hin, dass jeder, der Verstand hat, nachdenken und „sehen“ kann, erkennen kann, dass unsere Welt und das Universum, mit allen Wesen in ihm, eine Schöpfung Gottes sind. Für verständige Menschen ist alles, was sie umgibt und die Natur offenbart, ein Zeichen seiner Schöpfung und damit ein Zeichen seiner Existenz.

So seien hier einige von vielen Suren und ihre Verse genannt, die im Koran auf diesen Sachverhalt hinweisen:

„Diese Gleichnisse stellen wir zwar für die Menschen auf, doch nur die Wissenden begreifen sie.“ (29:43)

„Wahrlich, in den Himmeln und auf der Erde sind Zeichen für die Gläubigen.“
(45:3)

„Und in eurer Erschaffung und all den Geschöpfen, die Er (über die Erde) verbreitet hat, sind Zeichen für Leute, die einen festen Glauben haben.“
(45:4)

„Und sprich: Aller Preis gebührt Gott. Er wird euch Seine Zeichen zeigen, und ihr werdet sie erkennen. Und dein Herr ist dessen nicht unachtsam, was ihr tut.“ (27:93)

Gott sagt uns durch den Koran aber auch, dass egal, wie viele Zeichen er senden würde, bestimmte Menschen sie ignorieren würden, weil ihre Herzen versiegelt seien oder sie einfach keinen Verstand hätten und lieber Mutmaßungen anstellten, anstatt das Naheliegendste zu akzeptieren.

„(Er ist) der Schöpfer der Himmel und der Erde in ihrer schönsten Form. Und wenn Er eine Angelegenheit bestimmt, so sagt Er zu ihr nur: ‚Sei!‘, und so ist sie.“ (2:117)

„Und diejenigen, die nicht Bescheid wissen, sagen: ‚O würde Allah doch zu uns sprechen oder käme zu uns ein Zeichen!‘ Dergleichen Worte führten schon diejenigen, die vor ihnen waren. Ihre Herzen sind einander ähnlich. Wir haben die Zeichen klargemacht für Leute, die überzeugt sind.“ (2:118)

„Sie folgen nur Vermutungen, sie stellen nur Schätzungen an.“ (10:66)

„Sagt man zu ihnen: ‚Glaubt, wie die Leute glauben‘, so sprechen sie: ‚Sollen wir glauben, wie die Toren glaubten?‘ Ist es aber nicht so, dass sie die Toren sind? Doch begreifen sie es nicht.“ (2:13)

Im Koran wird die Situation, in der sich solche Menschen befinden, folgendermaßen dargelegt:

„Einige von ihnen hören dir zwar zu. Aber kannst du Taube hörend machen, wenn sie ihren Verstand nicht gebrauchen wollen? Und andere von ihnen schauen dir zu. Aber kannst du Blinde leiten, wenn sie nicht sehen wollen? Siehe, Allah fügt den Menschen kein Unrecht zu, vielmehr fügen die Menschen sich selber Unrecht zu. Und an dem Tage, an dem Er sie versammelt, wird es ihnen sein, als hätten sie nur eine Stunde des Tages verweilt und als kennten sich alle. Dann werden die verloren sein, welche die Begegnung mit Allah geleugnet hatten und nicht rechtgeleitet waren.“ (10:42–45)

„(...) Augen haben sie, mit denen sie nicht sehen. Und Ohren haben sie, mit denen sie nicht hören. Sie sind wie das Vieh, ja verirren sich noch mehr. Sie sind die Achtlosen.“ (7:179)

„Die Ungläubigen gleichen dem, der etwas anruft, das nichts hört als Laute und Rufen. Taub, stumm, blind; sie haben keinen Verstand.“ (2:171)

Und er sagt auch, dass es egal ist, wie viele Zeichen er senden würde, sie diese leugnen würden:

„Selbst wenn wir ihnen ein Tor vom Himmel öffneten und sie dauernd dadurch hinaufstiegen, würden sie dennoch sagen: ‚Unsere Blicke sind verschlossen. Nein! Vielmehr sind wir Leute, die einem Zauber verfallen sind.‘“ (15:14–15)

Auch wenn sich dieser Menschentypus, der des „Blinden, Tauben, Unvernünftigen, Leugnenden“, im Koran Kufar genannt, bis heute erhalten hat, und wir ihm immer wieder begegnen, erweisen sich der Koran und seine Offenbarungen gerade in Hinblick auf den Wissensstand der modernen Wissenschaft bezüglich dieser Zeichen als wahr. Die Vorwegnahme dieser Theorien und Erkenntnisse, die Muhammad damals unmöglich wissen konnte außer durch göttliche Offenbarung, sind mehr als ein Beweis dafür, dass dieses Buch von Gott ist. Der Koran gibt nicht nur direkte Hinweise bezüglich dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern ist dazu noch reich an Versen, die die Menschen und ihr Verhalten exakt beschreiben, dass es kein Psychologe besser könnte. Er sagt sogar das Verhalten der Menschen voraus. Vieles, was mir am Verhalten der Menschen unerklärlich blieb, wird im Koran erklärt und jeden Tag bestätigt sich das aufs Neue. Es ist absolut schwer bis unmöglich, irgendetwas im Koran zu finden, von dem man sagen kann, dass es nicht der Wahrheit entspricht (wenn, dann stehen dahinter meist Übersetzungsfehler, wie an der Übersetzung der Sure 38 Vers 10 zu sehen ist).

Und noch eines ist wunderbar am Koran: Er ist wie eine Symphonie, mit dutzenden Instrumenten und übereinander geschalteten Melodien, die ein harmonisches Ganzes ergeben, und man bei jedem Hören eine neue Ebene entdeckt. So offenbart sich der Koran bei jedem Lesen neu und man findet immer neue und tiefere Ebenen der Weisheit dieses Buches. Es gibt kein vergleichbares Werk. Für den vergeistigten Menschen eine unerschöpfliche Inspirationsquelle, für die einfache Seele eine erhabene Ermahnung und Anleitung, um ein gottgefälliges Leben führen zu können.

2. Goethe als Bewunderer

Einer der größten deutschen Geister, Wolfgang von Goethe, schrieb über den Islam voller Bewunderung: „Sie sehen, daß dieser Lehre nichts fehlt und daß wir mit allen unsern Systemen nicht weiter sind und daß überhaupt niemand weiter gelangen kann. ... Jenes philosophische System der Mohammedaner ist ein artiger Maßstab, den man an sich und an andere anlegen kann, um zu erfahren, auf welcher Stufe geistiger Tugend man denn eigentlich stehe.“

Es wird und wurde viel darüber spekuliert, ob Goethe zum Islam konvertiert ist. Einige lehnen diese Annahme einfach ab, weil sie diesen großen deutschen Geist nicht als Bewunderer des Islams und Stellvertreter des Konvertiten sehen wollen, der für seine Bewunderung tiefliegende Gründe hatte. So schreibt die FAZ aufgrund einer Analyse Goethes Hinwendung zum Islam folgenden in vieler Hinsicht wahren Satz: „Am Beispiel Goethe zeigt sich, dass auch der Islam – nach Sarrazin angeblich das Fremdkulturelle schlechthin – im Kern der deutschen Leitkultur schon drinsteckt.“ [1]

Tatsächlich begann Goethes Interesse für den Islam schon früh: „Durch Herder wurde Goethe frühzeitig, womöglich schon im Straßburger Winter 1770/71, zur Lektüre des Korans veranlaßt. Bald stoßen wir auf Zeugnisse ungewöhnlicher innerer Anteilnahme am Islam und am Propheten Mohammed. Damals wurde der Grund gelegt zu jener Wertschätzung des Korans, die in Goethes Altersjahren der West-östliche Divan bekundet, das Werk, in dem Islam und Koran auf unvergleichliche Weise geehrt werden.“ [2]

Goethe, der sich der Übersetzungsproblematik äußerst bewusst war und sich darüber Gedanken machte, schrieb: „Wir wünschen, dass einmal eine andere unter morgenländischem Himmel von einem Deutschen verfertigt würde, der mit allem Dichter- und Prophetengefühl in seinem Zelte den Koran läse, und Ahnungsgeist genug hätte, das Ganze zu umfassen.“ [3]

„In keiner Sprache ist vielleicht Geist, Wort und Schrift so uranfänglich zusammengekörpert.“ (Brief an Schlosser, 23.1.1815, WA IV, 25, 165)

„Im Alter von siebzig Jahren schreibt Goethe (Noten und Abhandlungen zum West-Östlichen Divan, WA I, 7, 153), dass er beabsichtige, „ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht [zu] feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward“. Er schrieb auch: „[Es] darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern. Weshalb es denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit Gott gleich ewig erklärt wurde.“ Und fügte hinzu: „So wird doch dieses Buch für ewige Zeiten höchst wirksam verbleiben“ (WA I, 7, 35/36) [4]

Dass Goethe spätestens im hohen Alter zum Islam konvertiert ist, lässt sich schwer bezweifeln, denn solche Sätze sind bei jemanden, der nicht das Glaubenbekenntnis ausgesprochen hat, meines Erachtens nicht erwartbar: „Weiter kann ich nichts sagen, als daß ich hier mich im Islam zu halten suche.“ (WA IV, 33, 123)

Als 1831 durch das Auftreten der Cholera viele Menschen starben, tröstete er Louise Adele Schopenhauer am 19.9.1831 brieflich: „Hier kann niemand dem andern rathen; beschließe was zu thun ist jeder bey sich. Im Islam leben wir alle, unter welcher Form wir uns auch Muth machen.“ (WA IV, 49, 87)

Am 22.12.1820 bedankte sich Goethe brieflich für das Geschenk eines Aphorismen-Buches seines Freundes Willemer und sagt darüber: „Es stimmt ... zu jeder religios-vernünftigen Ansicht und ist ein Islam, zu dem wir uns früher oder später alle bekennen müssen.“ (WA IV, 34, 50) Als Teilnehmer des Kriegsheeres gegen Frankreich bemerkt Goethe am 7./8. Oktober 1792, dass jener Glaube an die Vorherbestimmung Gottes seinen reinsten Ausdruck im Islam finde: „Der Mensch, wenn er sich getreu bleibt, findet zu jedem Zustande eine hülfreiche Maxime; ... Die Mahomedanische Religion gibt hievon den besten Beweis.“ (WA I, 33, 123) [5]

Goethe war bekannt für seine Einstellung, dass Gott in der Natur zu erkennen ist. Die Verse, die ich hier aufzähle, zeigen, wie wissenschaftlich fundiert der Koran auch heute noch ist.

3. Eine kleine Auswahl der Zeichen

„Wir haben die Zeichen im Einzelnen dargelegt für Leute, die Bescheid wissen.“ (6:96)

„Wir werden sie Unsere Zeichen überall auf Erden und an ihnen selbst sehen lassen, damit ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge aller Dinge ist?“ (41:53)

Heute aber, da die Zeichen Gottes für jeden erkennbar sind, weil Verse des Koran wissenschaftlich bestätigt sind, ist die Achtlosigkeit gegenüber unseren Schöpfer und die Leugnung seiner Existenz umso schwerwiegender, auch wenn es keinen Zwang im Glauben gibt:

„Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ (2:256)

„Die da Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und Liegen und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: ‚Unser Herr, Du hast dies nicht umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Feuerspein!‘“ (3:191)

Ich möchte hier einige Suren und ihre Verse vorstellen, die meine Hypothese stützen.

3.1 Kosmologie im Koran

Zuerst sei hier angemerkt, dass die Bezeichnung „Himmel“ im Koran mehrere Bedeutungen hat und in den meisten Fällen das Universum meint. [6]

Der Urknall: „Haben die Ungläubigen nicht gesehen, dass die Himmel und die Erde eine Einheit waren, die wir dann zerteilten? Und wir machten aus dem Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?“ (21:30)

Die Theorie vom Urknall bestätigt diesen Vers. Wir wissen heute, dass alles Leben aus dem Wasser kommt.[7]

Und es geht weiter, denn eine Theorie über das Universum und seinen Wärmetod besagt tatsächlich, dass die Schöpfung sich danach wiederholen könnte und diese Verse könnte darauf hinweisen:

„Er bringt die Schöpfung hervor; dann lässt Er sie wiederholen.“ (10:4)

„An dem Tage, da wir die Himmel zusammenrollen werden, wie die Schriftrollen zusammengerollt werden. Wie wir die erste Schöpfung begannen, (so) werden wir sie erneuern – bindend für Uns ist die Verheißung; wahrlich, wir werden (sie) erfüllen.“ (21:104)

Gott will also die Schöpfung wiederholen.

Das Universum wird sich eines Tages so stark ausdehnen, dass es schließlich dadurch zerreißt, in sich zusammenfällt usw. Der Koran spricht von einem Zusammenrollen. Eine dieser Theorien, nämlich die vom Little ripp besagt, dass sie der Prozess der Entwicklung des Universums danach wiederholen wird.[8]

Der Koran sagt, dass Sterne als Schutz dienen:

„Und wir schmückten den untersten Himmel mit Leuchten, (welche auch) zum Schutz (dienen). Das ist die Schöpfung des Erhabenen, des Allwissenden.“ (41:12)

Einige unserer Planeten in unserem Sonnensystem dienen als sogenannte kosmische Staubsauger, die Meteoriten und Asteroiden von der Erde abhalten, weil sie ablenken oder in ihren Gürteln einfangen, wie zum Beispiel der Jupiter.[9]

Es war zu Muhammads Zeit unmöglich, etwas über schwarze Löcher zu wissen, aber dennoch werden sie genannt:

„Doch nein! Ich schwöre bei den unsichtbaren Sternen, den voraneilenden und den fegenden.“ (81:14-15).

Schwarze Löcher sind eindeutig unsichtbare Sterne, die man als fegend und voraneilend beschreiben kann, weil sie mit ihrer hohen Gravitation sozusagen alles wegfegen, selbst die Raumzeit; für mich sind diese Hinweise auf wesentliche kosmologische Entdeckungen, die erst 1500 Jahre später gemacht wurden, ein wichtiger Beweis dafür, dass der Koran Gottes Offenbarung ist. [10] [11]

Auch Pulsare werden erwähnt:

„Bei dem Himmel und bei At-Tariq (dem Klopfenden)! Und was lehrt dich wissen, was At-Tariq (der Klopfende) ist? (Es ist) ein durchdringender Stern.“ (86:1-3)

Pulsare sind tatsächlich pulsierende Neutronensterne, sie sind mit klopfenden Geräuschen hörbar (nach entsprechender Umwandlung ihrer emittierten Strahlung in akustische Signale) und sind mit ihrer ausgesendeten energetischen Strahlung je nach Stärke tatsächlich sehr durchdringend.[12] [13]

Was früher niemand verstanden hat, wissen wir heute; das Universum hat eine gewebeartige Struktur:

„Beim Himmel voller Adern!“ (51:7)

„Und bei dem Himmel mit seiner gewebeartigen Bauweise!“ (51:7) (alternative Übersetzung)

Die moderne Wissenschaft spricht von einem Zeit-Raum Gewebe oder von einem Adergeflecht aus dunkler Materie und Galaxien.[14]

Am Anfang war das Universum aus Rauch, was sich ebenfalls durch die moderne Wissenschaft bestätigte:

„Dann wandte Er Sich zum Himmel, welcher noch Rauch war (…)“ (41:11)

Am Anfang des Universums bestand dieses aus Gaswolken; aus Wasserstoff, Helium und geringen Mengen anderer leichter Elemente. Aus diesen Stoffen sind die ersten Sterne entstanden.

Umlaufbahnen der Sterne und Planeten werden angesprochen und dass auch die Sonne eine Umlaufbahn hat, was vielen nicht bewusst auch heute nicht bewusst ist.[15]

„Und wir machten den Himmel zu einem wohlgeschützten Dach; dennoch kehren sie sich von seinem Zeichen ab. Er ist es, der die Nacht und den Tag, die Sonne und den Mond erschaffen hat. Jeder schwebt in seiner Bahn dahin.“ (21:32–33)

Des Weiteren steht in diesem Vers, dass die Erdatmosphäre eine schützende Wirkung hat:

„Er hat die Himmel und die Erde der Wahrheit gemäß erschaffen. Er lässt die Nacht über den Tag und den Tag über die Nacht rollen. Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht. Jeder läuft in seiner Bahn für eine bestimmte Zeit. Er ist der Allmächtige, der Allvergebende.“ (39:5)

Dass die Sonne und auch der Mond uns quasi dienen, indem sie wesentlich zur Entwicklung des Lebens auf der Erde beitrugen und diese erhalten, sollte bekannt sein. Auch wenn das Augenmerk mehr auf der Sonne liegt, wäre ohne den Mond mit seinen stabilisierenden Eigenschaften höheres Leben auf der Erde unwahrscheinlich.[16]

Dazu wird in diesem Vers auch ein Hinweis darauf gegeben, dass auch unser Sonnensystem nicht ewig ist, sondern die Sonne eines Tages erlischt.

Die Ausdehnung des Universums [17] wird erwähnt:

„Und den Himmel haben wir mit (unserer) Kraft aufgebaut und gewiss, wir dehnen ihn aus.“ (51:47)

Hier steht in einigen Koranübersetzungen das Verb „ausdehnen“ im Präteritum, ist aber bei kundiger Übersetzung des Korans ins Deutsche im Präsens stehend zu sehen.

3.2 Theoretische Physik

Auch erstaunlich, dass mehrere Verse auf die Relativität der Zeit hinweisen:

„Und gewiss, ein Tag bei deinem Herrn ist wie tausend Jahre nach eurer Berechnung.“ (22:47)

„Er regelt die Angelegenheit vom Himmel bis zur Erde. Hierauf steigt sie zu Ihm auf an einem Tag, dessen Maß tausend Jahre nach eurer Berechnung sind.“ (32:55)

„Es steigen die Engel und der Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist.“ (70:4)

3.3 Zeichen auf der Erde: Biologie und physikalische Tatsachen

Die Schaffung der Schichten der Atmosphäre:

„Habt ihr nicht gesehen, wie Gott die sieben Himmel in Schichten erschaffen hat?“ (71:15)

„Der sieben Himmel in Schichten erschaffen hat ...“ (67:3)

Da sind die Troposphäre, Stratosphäre, Mesosphäre, Thermosphäre, Exosphäre, Ionosphäre, Magnetosphäre zu nennen.

Nun kommen wir zu einem Vers, der uns zum Betrachten des Wassers auffordert, in dem viel zu finden ist, was für mich das Eingreifen Gottes unmittelbar zeigt und gleichzeitig für jeden ersichtlich ist:

„Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt?“ (56:68)

„Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersenden, oder sind wir es, die es niedersenden?“ (56:69)

„Wollten Wir, könnten wir es bittersalzig machen. Warum also dankt ihr (Mir) nicht?“ (56:70)

Gott hätte es auch anders erschaffen können, so liegt für mich als Naturwissenschaftlerin im Wasser eines der Zeichen, welches ich heranziehen würde, um zu beweisen, dass die Welt auf Schöpfung beruht. Es ist die Feinabstimmung in allem, was wir auf der Erde und im Universum finden, die sich gerade in den Eigenschaften des Wassers unmittelbar und für jeden ersichtlich zeigt, ohne das seine Eigenschaften nach den Gesetzen der Thermodynamik als normal zu bezeichnen sind. Wasser befindet sich nicht nur in einem ewigen Kreislauf, ohne den kein Leben auf der Erde möglich wäre. Denken wir einmal über das Wasser nach und betrachten es in seinen molekularen Tiefen, erkennen wir, dass es ein Stoff ist mit ganz besonderen Eigenschaften, damit es seine Aufgabe erfüllen kann.

Maßgeblich verantwortlich ist dafür die Dichteanomalie des Wassers, ohne die kein Leben auf der Erde möglich wäre. Wasser erreicht seine größte Dichte unter Normaldruck bei 3,98 °C. Im gefrorenen Zustand ist es am Leichtesten. Da eine Dichteanomalie, wie bei Wasser, nur bei sehr wenigen Stoffen vorkommt, ist sie nicht nur bemerkenswert, sondern in der Schöpfung von außerordentlicher Bedeutung. Für mich ist das ein Zeichen, dass Gott den Stoff für seine vielseitigen Zwecke genauestens modifiziert hat und nicht umgekehrt das Leben sich an den Eigenschaften des Wasser evolvierend angepasst hat.

Da durch die Dichteanomalie Eis am leichtesten ist und kaum Konvektion stattfindet, frieren Gewässer von der Oberfläche her und nur sehr langsam zu. Hätte das Wasser diese Eigenschaft nicht, würden Gewässer bei Lufttemperaturen unterhalb von 0 °C relativ schnell komplett durchfrieren, was die Existenz höheren Lebens auf der Erde erschwert, vielleicht sogar ganz unmöglich gemacht hätte. Da Eis auch noch aufgrund seines geringen Gewichtes oben schwimmt, frieren Gewässer auch nicht von unten zu, was Fischen auch im Winter optimale Lebensbedingungen bietet.

Wichtig ist auch hier, dass aufgrund dieser Dichteanomalie das Wasser in einem Gewässer ständig zirkuliert, so dass Nährstoffe verteilt werden, das Wasser mit einer Temperatur von 4 °C nach unten sinkt und kühlere Wasserschichten nach oben gedrückt werden, bis diese wieder 4 Grad erreichen usw. Hinzu kommt noch, dass Wasser bei 4 Grad am meisten Sauerstoff in sich trägt, so dass Gewässer durch diese thermische Zirkulation immer optimal mit Sauerstoff versorgt werden. Die Dichteanomalie bestimmt also wesentlich eines der wichtigsten biologischen Systeme auf der Erde, aus denen sich schließlich das Leben entwickeln konnte.

Der nächste Koranvers, der hier erwähnt sein soll, ist folgender:

„Und wir senden die Winde zur Befruchtung.“ (15:22),

War man sich zu Mohammads Zeiten und in seinem Lebensumfeld dessen bewusst, dass viele Pflanzen durch Wind bestäubt werden?

Auch der Kontinentaldrift findet im Koran Erwähnung:

„Und du siehst die Berge, die du festgegründet glaubst, doch sie bewegen sich wie die Bewegung der Wolken: das Wirken Allahs, der alles vollendet hat. Wahrlich, Er weiß wohl, was ihr tut.“ (27:88)

Auch hier ist es kaum möglich, dass Menschen zu Muhammads Zeit sich dessen bewusst waren, dass Berge sich bewegen, weil dieser Effekt in den Zeitspannen eines Menschenlebens nicht beobachtbar ist bzw. es eine Messtechnik voraussetzt, die es damals noch nicht gab.

Es gibt noch anderer Verse, die zum Beispiel genau erklären, wie sich ein Mensch aus einem Embryo entwickelt und jedes Stadium der Entwicklung genau beschreibt,[18] was eindeutig mit den modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen über diese Stadien, Entwicklung der Organe und des Gehirns übereinstimmt. So machte der Zellbiologe Professor Moore darauf aufmerksam: „Es war für mich ein großes Vergnügen, dabei zu helfen, Feststellungen aus dem Quran über menschliche Entwicklung zu erläutern. Mir ist klar geworden, dass Muhammad dieses Wissen von Gott erhalten haben muss, denn das meiste von diesem Wissen wurde erst Jahrhunderte später entdeckt. Das zeigt meiner Meinung nach, dass Muhammad ein Prophet Gottes sein muss.“ [19]

So gibt es noch dutzende weitere Zeichen im Koran, die die moderne Wissenschaft heute bestätigt hat, man könnte darüber ein Buch schreiben,[20] was den Rahmen hier sprengen würde und natürlich Hinweise auf die Welt des Verborgenen, die wissenschaftlich bis heute nicht beweisbar sind und, so Gott will, uns immer verborgen bleiben.

So schließe ich diese Abhandlung mit Goethes Worten ab: „Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.“


  1. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sarrazin/debatte-zu-goethes-islambild-mohammed-war-doch-der-prototyp-des-prophetischen-genies-1578078-p2.html ↩︎

  2. Katharina Mommsen. ↩︎

  3. https://www.islamische-zeitung.de/der-quran-im-divan-goethes-1-goethe/ ↩︎

  4. https://www.goethe-gesellschaft-erfurt.de/goethe-und-der-islam/ ↩︎

  5. http://www.enfal.de/gote-fat.htm ↩︎

  6. http://www.lichtwort.de/gemischtes/terminologie-des-himmels.html ↩︎

  7. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/entstehung-des-lebens-urwesen-aus-dem-wasser-a-484331.html ↩︎

  8. https://artikel.vsda.de/astronomie-ohne-teleskop-grosse-risse-kleine-risse ↩︎

  9. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/asteroideneinschlaege-jupiter-kosmischer-staubsauger-und-beschuetzer-der-erde-a-517834.html
    ↩︎

  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch ↩︎

  11. https://www.spektrum.de/magazin/schwarze-sterne-an-stelle-schwarzer-loecher/1017402 ↩︎

  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Pulsar ↩︎

  13. https://www.youtube.com/watch?v=YRB2IKrLZVU ↩︎

  14. https://www.spektrum.de/news/weltall-klumpt-sich-staerker-als-gedacht/1074256 ↩︎

  15. https://www.astronews.com/frag/antworten/3/frage3097.html ↩︎

  16. https://www.spektrum.de/magazin/der-mond-und-die-stabilitaet-des-erdklimas/821077 ↩︎

  17. https://de.wikipedia.org/wiki/Expansion_des_Universums ↩︎

  18. http://kaheel7.com/de/index.php?option=com_content&view=article&id=81:das-wunder-im-ausspruch-des-propheten-mohammad-wenn-42-naechte-ueber-den-tropfen-nutfah-vergehen-&catid=37:medizin-a-nahrung&Itemid=56 ↩︎

  19. http://islam-forum.info/Thema-Der-Quran-ueber-die-Entwicklung-des-menschlichen-Embryos ↩︎

  20. http://www.way-to-allah.com/dokument/IRF_Book1_German.pdf ↩︎


Melde dich jetzt zum Newsletter von Offenkundiges an und werde über jeden neuen Artikel informiert.

Author image

Dörte Donker

Biologin / E-Mail: doerte.donker@offenkundiges.de