Qudstag

Der Islam ruft uns auf: Sayyid Al-Haydari über den Qudstag

Sayyid Haschim Al-Haydari spricht über die Bedeutung des Qudstags für uns. Sinngemäß übersetzt, siehe Video unten mit dem Original und der englischen wörtlichen Übersetzung.

Sprechen wir über Palästina! Der Qudstag, der letzte Freitag[1] des Monats Ramadan, steht vor der Tür.

Al-Quds (Jerusalem) wurde von vielen Menschen unserer Region vergessen. Viele von uns haben Al-Quds vergessen. Wir haben Palästina vergessen. Die Feinde schlafen nicht. Sie könnten uns soweit bringen, kollektiv zu glauben, wir hätten nichts mit Al-Quds zu tun und wir hätten keine Verantwortung gegenüber Al-Quds. Dieses Gebilde Israel wurde durch die Imperialmächte Großbritannien, USA, Europa, von West und Ost aus geschaffen. Und heute sind wir soweit, dass die arabischen Staaten und die Türkei ihre Beziehungen zu Israel normalisieren wollen.

Wisset, dass jeder Feind der Haschd al-Schabi (Irak), der Islamischen Republik (Iran), der Hisbullah (Libanon) und der Ansarullah (Jemen) seine Beziehungen zu Israel normalisieren will. Wo sollen wir uns in dieser Situation positionieren? Wo müssen wir stehen? All Satane stützen das Bestehen Israels. Was sollen wir tun? Sollte es denn keine Reaktion unsererseits geben?

Wenn wir zu Zeit von Imam Ali (a.) gesehen hätten, wie Muawiya gewalttätige Banden bezahlt, die Überfälle begehen, die stehlen und töten, hätten wir dann nicht darauf reagieren müssen? Gilt denn die Aufforderung (Überlieferung) „Sei ein Feind der Unterdrücker und unterstütze die Unterdrückten!“ nicht für Israel? Israel ist ein Besatzer, ein besetzendes Gebilde, ein Mörder, brutal und kriminell. Ist Israel denn kein Unterdrücker, sodass wir sein Feind sein müssen? Ist Israel nicht eine Verkörperung des Ausdrucks „Unterdrücker“?

Ja, die Feinde des Islams versuchen, in den Medien die Angelegenheit Palästinas als eine nicht-islamische Angelegenheit darzustellen. Als wäre es nur eine arabische Angelegenheit. Muslime hätten nichts damit zu tun. Nur etwas für Araber, so hieß es anfangs.

Später porträtierten sie es als eine rein nationale Angelegenheit, ein Problem des palästinensischen Volks und nicht die Angelegenheit der muslimischen Umma. So drängten sie die Araber und die Muslime aus ihrer Verantwortung hinaus, denn nur die Palästinenser hätten sich um Palästina zu sorgen.

Dann fuhr der Feind fort und stellte Palästina als eine sunnitische Angelegenheit dar, um den Schiiten die Sorge um Palästina auszutreiben. Aber das scheiterte, denn ein großer Teil der Schiiten protestierte weiterhin. Daher beschlossen sie, direkt den Iran (propagandistisch) zu attackieren. Sie verbreiteten das Narrativ, die Angelegenheit Palästinas und der Qudstag seien Erfindungen Imam Chomeinis, eine iranische Sache, ein rein iranisches Staatsinteresse. Gleich dem wie die Unterstützung des Irans für Irak heute von manchen betrachtet wird: angeblich ein reines Staatsinteresse ohne jedes islamische, religiöse Motiv. Das verbreiten gewisse Medien. Und so sei auch die Angelegenheit Palästinas eine iranische, bloß weil es politische Differenzen zwischen dem Iran und den USA gebe. Daher hätten sich Nichtiraner nicht um Palästina zu kümmern.

Um darauf kurz und knapp zu antworten, meine Brüder und Schwestern: Der den letzten Freitag des heiligen Monats Ramadan zum Qudstag erklärte, war ein großer schiitischer Mardscha, nämlich seine Eminenz Imam Chomeini. Vor und nach seiner Ausrufung des Qudstags unterstützten dutzende Mardschas und Gelehrte in unseren Hauzas die Sache Palästinas; durch ihre Aussagen, ihre Erklärungen und ihre Parolen für Palästina.

Palästina ist eine religiöse, islamische sowie islamrechtlich relevante Angelegenheit und sogar eine Frage der religiösen Grundüberzeugung. Wenn unser Imam Mahdi (a.) wiederkehrt, wird er seine Bewegung vollenden und seine Siegeserklärung wird in Al-Quds verlesen.

Das ist das Al-Quds des Gesandten Gottes (s.), das Al-Quds der Propheten (a.). Und um auf die Mardschas zurückzukommen: Ihr könnt die Stellungnahmen von Großayatullah Muhsin al-Hakim lesen, von Großayatullah Sayyid al-Chui, von Großayatullah Märtyrer Sayyid Muhammad Baqir al-Sadr, dem Märtyrer des Freitagsgebets Sayyid Muhammad al-Sadr. „Nein, nein zu Israel!“ – War das nicht seine Parole? Gleiches gilt für das würdevolle Vorbild der Nachahmung in Nadschaf, lest ihre Aussagen – und natürlich die von Imam Chomeini und Imam Chamenei. Dutzende Mardschas und Rechtsgelehrte äußerten sich zu Al-Quds: Anklagen, Verurteilungen, Maßnahmen, Stellungnahmen etc.

Das ist die Bedeutung von Al-Quds: Al-Quds ist eine Angelegenheit rund um Unterdrücker und Unterdrückte. Al-Quds ist die Angelegenheit der Besatzung heiliger Orte und der Entweihung von Heiligtümern.

Und ich sage es offen: Jeder Schiit, der aus seinem nationalen Verantwortungsbewusstsein heraus die Verantwortung trägt, seine sunnitischen Brüder und Schwestern in den westlichen Gebieten Iraks zu schützen, der muss das palästinensische Volk aus seinem islamischen Verantwortungsbewusstsein heraus verteidigen. Nicht alles entspringt bloß der Verantwortung gegenüber der Heimat und der Verteidigung der Landesgrenzen, es gibt auch islamische Beweggründe. Und für die, die an den arabischen Nationalismus glauben: Die Palästinenser sind auch Araber.

Wenn ein einzelner Sunnit im Irak oder anderswo einen Fehler begangen hat, dann ist es ungerecht, die Sunniten zu bestrafen. Wenn ein einzelner Schiit in der Armee oder bei den Haschd al-Schaabi einen Fehler begangen hat, dann ist es ungerecht, die Schiiten zu bestrafen. Und ich sage euch: Wenn einige palästinensische Parteien den Fehler begangen haben, nach dem Tode Saddams ihm zu Ehren Gedenkveranstaltungen abzuhalten – und dieser Vorwurf ist eine Schwäche einiger Iraker –, dann ist es nicht gerecht, dass wir Al-Quds und das ganze palästinensische Volk bestrafen, nur wegen des Fehlverhaltens einiger hinsichtlich Saddam.

Seit der Gründung Al-Qaidas, der Taliban, der Al-Nusra-Front, der ISIS, der Ansar al-Scham sowie ebenfalls von den saudischen Religionsmännern, der Vereinigung muslimischer Gelehrter, der Naqschbandis, der Wahhabiten und der ISIS-Sprecher – kein einziger von diesen hat in all den Jahren eine Fatwa gegen Israel ausgesprochen. Sie haben keine einzige Operation gegen Israel durchgeführt, gar nichts. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass diese Terrorgruppen sich mit Israel verschworen haben. Und ich sage euch: Sie sind die Töchter Israels und Amerikas, mit dem Ziel, Fitna und Chaos unter uns zu erzeugen.

Am Qudstag ruft der Islam uns auf und wir folgen, so Gott will. Und welche Gruppe auch immer die Unterdrückten unterstützt, so wird Gott sie unterstützen und ihre Schritte festigen.[2] So Gott will, wird am Qudstag unsere Präsenz gegen Amerika sein, gegen Israel, gegen ISIS, gegen das Al-Chalifa-Regime (in Bahrain), gegen Al-Saud und gegen jeden Unterdrücker in dieser Welt.


  1. In Deutschland am kommenden Samstag, 9. Juni. ↩︎

  2. Referenz auf den Heiligen Quran, 47:7. ↩︎


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