Springerpresse, USA

Der Axel-Springer Verlag und die CIA

„Herzlich willkommen!“, wird Ejtna von Dr. Spritzel begrüßt. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Sie humpelt zum Stuhl im Untersuchungszimmer und lässt sich stöhnend fallen. „Letzte Woche recherchierte ich für einen Artikel. Ich war auf dem Holzweg und hab mich verrannt, mit mir ging es nur noch bergab und ich bin auf mein Knie gestürzt. Seitdem tut es weh.“ Dr. Spritzel, ein Orthopäde, schielt auf Ejtnas Knie und stellt seine Diagnose: „Es tut mir leid. Wie es aussieht, brauchen Sie zwei neue Kniegelenke. Vielleicht auch ein neues Hüftgelenk.“ Ejtna ist entsetzt.

Hätte Ejtna sich die Zeit genommen, die Unternehmensgrundsätze der Springer-Gemeinschaftspraxis durchzulesen, hätte sie sich den Rat eines anderen Arztes eingeholt. Dort heißt es nämlich unter Punkt zwei und drei:

  • Wir unterstützen die Lebensrechte der Prothesenhersteller.
  • Wir zeigen unsere Solidarität in der Wertegemeinschaft mit den Krankenkassen.

Wie ist es mit dir? Würdest du diesen Arzt konsultieren? Freiwillig? Niemals. So ein Arzt ist nicht am Wohl des Patienten interessiert. Er hat sich gegen ihn entschieden. Natürlich geht es hier nicht um Prothesen, Ärzte und Patienten. Es geht um die deutsche Gesellschaft. Es geht um die Interessen der Axel-Springer Presse. Diese hat sich gegen unser Wohl entschieden.

Wenn Welt und BILD an der Gesellschaft doktern

Ein Arzt, dessen Grundsätze nicht den Patienten in den Vordergrund stellen, ist nicht vertrauenswürdig. Wir würden bei jeder Diagnose nach seiner Motivation fragen.

Genauso misstrauisch sollten wir mit Medien umgehen, die nicht die deutschen Interessen und das Wohl der Gesellschaft in den Vordergrund stellen. Medien, die nicht objektiv berichten wollen, sondern im Interesse ihrer Unternehmensgrundsätze. Medien, die mit ihrem ganzen Wesen Amerika und Israel voranstellen. Medien wie die Axel-Springer Presse, die in ihren Unternehmensgrundsätzen die folgenden zwei Punkte hervorhebt:

  • Wir unterstützen die Lebensrechte Israels.
  • Wir zeigen unsere Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wir müssen uns bei jeder Aussage der Axel-Springer Presse fragen, welche Motivation sie antreibt. Was sie damit bezwecken und wem sie damit dienen wollen. Eine objektive Berichterstattung unter diesen Aspekten ist unmöglich. Jedenfalls wird Objektivität in den Unternehmensgrundsätzen – die Teil jedes Arbeitsvertrages sind – nicht erwähnt. Stellen wir uns einmal vor, der Nachrichtensender Russia Today würde öffentlich diese Grundsätze in Bezug auf Russland und die Türkei vertreten.

Neulich titelte die BILD Zeitung Neue US-Sanktionen gegen Russland und in der Welt jubelte ein Autor Amerika strotzt vor Kraft – dank seines Präsidenten. Komisch, da Amerika in seiner Geschichte noch nie so schwach und isoliert war, wie es zurzeit ist. Und sind Sanktionen gegen Russland, die aus Sicht der Axel-Springer Presse ein Muss sind, im Sinne unserer heimischen Wirtschaft?

Was ist mit der Berichterstattung über die VW–Abgasmanipulation? Sicherlich war es gut, die Geschehnisse um diesen Skandal ans Tageslicht zu bringen. Trotzdem ist da dieser fade Beigeschmack. Stand bei der Axel-Springer Presse nicht die Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika im Vordergrund? Man wollte nicht wirklich objektiv berichten, sondern Stimmung gegen Deutschlands größten Autohersteller machen.

Dann ist da noch die selektive Berichterstattung in Bezug auf Israel. „Der Staat Israel ist das Symbol der Freiheit für den ganzen Nahen Osten“, schreibt Axel Springer in seiner Autobiographie. Diese bedingungslose Treue zu Israel – wie Springer es selber formuliert – prägt das Verlagshaus bis heute. Dies soll den Mitarbeitern als Orientierung über den Unternehmenszweck dienen.

Da können die Herren Peters (UPDAY), Diekmann (BILD) und Huth (B.Z.) im Interview zu den Unternehmensgrundsätzen noch so sehr von Objektivität faseln, ihre Autoren beweisen täglich etwas anderes. Es gibt keinen Artikel, in dem die Palästinenser nicht die Alleinschuld an der gegen sie verübten Gewalt tragen. Hier ist man besonders fleißig. Ein kleiner Auszug:

  • Führt der Hamas-Terror zu einem neuen Sommer-Krieg mit Israel?
  • Bei den neuen Auseinandersetzungen im Gazastreifen ist auch ein israelischer Soldat ums Leben gekommen.
  • Missbrauchen die Hamas-Terroristen nun auch Tiere für ihren Terror-Krieg?!
  • Ministerpräsident Netanjahu sagte, es wachse der öffentliche Druck in Israel, den Feuerterror aus dem Gazastreifen zu unterbinden.
  • Eskalation am Gaza-Streifen! Militante Palästinenser [verübten] am Samstag massive Angriffe auf Israel. Die Armee reagierte mit Luftangriffen.

Je offensichtlicher die Unterdrückung durch den israelischen Staat wird, desto dreister berichtet die Axel-Springer Presse zugunsten Israels. Meldungen, die den wahren Geist Israels aufdecken – in letzter Zeit gab es viele davon –, werden verzerrt, gefiltert, verdreht und als notwendig für die Existenz Israels propagiert. Und am Ende ist die Hamas schuld.

Es lassen sich viele politische und gesellschaftliche Themen benennen, die immer mehr zur Spaltung der Gesellschaft führen. Hass auf Flüchtlinge, Hass auf Muslime, Hass auf Christen oder Juden, Hass auf Linke oder Rechte, Hass auf Arme, Hass auf alle. Hass, egal auf wen. Idealerweise sollen wir die hassen, denen es schon schlecht genug geht. Und wir sollen diejenigen hassen, die sich gegen amerikanische und israelische Verbrechen stellen. Allen voran der Iran und seine Spitze: Imam Ali Chamenei.

Die Axel-Springer Presse will unseren gesunden Geist und unsere Unvoreingenommenheit durch Prothesen ersetzen, die uns schaden und als Gesellschaft erkranken lassen. Bleib wachsam!

Operation Mockingbird

Eine Arztpraxis, die durch die finanzielle Spritze der CIA unterstützt wurde, bleibt für immer infiziert. Wir wissen, wie krank der Axel-Springer Verlag und seine Autoren sind.

Die Vereinigten Staaten gehören zu den Ländern mit den meisten Geheimdiensten – insgesamt 16. Dazu zählt die im Jahr 1947 gegründete Central Intelligence Agency (CIA), ein ziviler Geheimdienst, deren Aufgaben ausschließlich im Ausland liegen.

Mit der Operation Mockingbird (1948) sollte Einfluss auf ausländische Medien genommen werden, damit diese die geopolitischen Interessen der USA propagieren. Dazu wurden im Rahmen des European Recovery Program (ERP) „Kredite“ vergeben. Auch an den Axel-Springer Verlag.

In ihrem Buch Das „Welt“-„Bild“ des Axel Springer Verlags analysiert die Autorin, Gudrun Kruip, das Thema Axel Springer und die finanzielle Unterstützung durch die CIA. Zunächst wirft sie die Frage auf, woher Axel Springer das Geld für Papier, Druckmaschinen und den Grundstückskauf nahm. Zumal dieser in seiner Autobiographie behauptet, er stand mittellos da, als er seinen Verlag gründete. Verhärtet wurde dieser Verdacht durch zwei seiner Mitarbeiter: Hans Wallenberg und Ernst Cramer. Beide waren Mitglieder der Psychological Warfare Division, deren Aufgabe es war, nach dem Zweiten Weltkrieg das Pressewesen in der amerikanischen Zone nach den Kriterien der Reeducation-Politik aufzubauen. Als weiteres Indiz zitiert die Autorin eine amerikanische Zeitschrift, wonach Springers bedingungslose Unterstützung der amerikanischen Politik im Vietnamkrieg auf das Begleichen einer Schuld zurückzuführen sei. Konkreter wird es durch ein weiteres Zitat einer amerikanischen Zeitschrift, die sich auf zwei ehemalige CIA Mitarbeiter beruft. Nach deren Aussage habe Axel Springer in den 50er Jahren 7 Millionen Dollar von der CIA erhalten, um Amerikas geopolitische Interessen zu unterstützen.[1] Sie zitiert auch Cord Meyer, der in den frühen 50er Jahren für die Verteilung der CIA-Spenden in Westeuropa verantwortlich war.

Letztendlich schließt die Autorin die finanzielle Unterstützung nicht aus. Sie weist auf Kredite hin, die der Axel-Springer Verlag durch das European Recovery Program (ERP) erhielt.

Im August 1961 versicherte Axel Springer einem leitenden Mitarbeiter der U.S. Information Agency fortan politische Richtlinien zu erlassen, an die sich seine Redakteure und Mitarbeiter zu halten haben. Diese Richtlinien waren bedingungslos an den Westen angelehnt – gemeint sind die USA.[2]

In Kombination mit den Unternehmensgrundsätzen drängt sich einem die Frage auf, ob es sich bei den Axel-Springer Autoren nicht um Mitarbeiter der CIA handelt. Sind sie Journalisten oder doch Saboteure? Ist es Journalismus oder Propaganda?

Es ist heutzutage schwer, noch echten Journalismus zu finden. Beim Axel-Springer Verlag sucht man diesen vergeblich. Was sind die Autoren also, wenn sie offenkundig keine Journalisten sind?

Nach der Operation

Du und ich sind schlau genug, den Scharlatan zu erkennen. Ejtna nicht.

Sie hat es getan. Sie hat sich auf das Doktorspielchen eingelassen und muss nun mit den Konsequenzen leben. Obwohl man Ejtna auf die Unternehmensgrundsätze der Springer-Gemeinschaftspraxis hinwies, glaubte sie der Diagnose von Dr. Spritzel.

Das darf uns nicht passieren. Wir müssen bei jedem Artikel der Axel-Springer Presse von einer falschen Diagnose ausgehen. Wir sollten uns fragen, ob die Zahlen stimmen, mit denen die BILD Zeitung gerne um sich schmeißt, ob die Fakten korrekt sind oder die Interviewpartner authentisch sind. Das ist wichtig, damit unser Geist gesund bleibt. Wir müssen immer nur das Gegenteil dessen denken, was die Axel-Springer Presse schreibt.


  1. „According to highly reliable sources in the U.S. intelligence community, the Central Intelligence Agency secretly funded some $7 million to West Germany press baron Axel Springer in the early 1950s to help him build his vast media empire and serve American geopolitical interests.“ ↩︎

  2. Das „Welt“-„Bild“ des Axel Springer Verlags, Gudrun Kruip, Oldenbourg Verlag 1999. ↩︎


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Mahdi Haschim

E-Mail: mahdi.haschim@offenkundiges.de