Der BILD-Journalist Björn Stritzel betreibt seit einigen Wochen eine verdeckte Rufmordkampagne gegen die m-haditec GmbH (Halal-Zertifikat, Verlag Eslamica). Der Grund: Artikel im Muslim-Markt und Offenkundiges über die Springerpresse als zionistisches Sprachrohr, die israelische Ideologisierung an der Axel Springer Akademie und der Medienkrieg der Bild-Zeitung gegen Muslime in Deutschland. Die Methode von Björn Stritzel: Er droht deutschen Unternehmen mit der Medienmacht der Bild-Zeitung.

Die m-haditec GmbH ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Bremen, unter anderem bekannt für sein Halal-Zertifikat. Fast neunzig Unternehmen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Frankreich und Polen, von Kleinunternehmen bis Konzernen, lassen sich von m-haditec in Sachen Halal beraten und ausgewählte Produkte zertifizieren. Zu m-haditec gehören auch der größte schiitische deutschsprachige Verlag Eslamica und Muslim-TV. Die Inhaber und Mitarbeiter von m-haditec betreiben außerdem im privaten Rahmen die Plattformen Muslim-Markt und Offenkundiges.

Nach einer beispiellosen Serie von Hetzartikeln der Bildzeitung gegen Muslime in Deutschland, vor allem gegen Schiiten, antwortete der Muslim-Markt im Juli 2017 mit dem Artikel „Wollen Zionisten einen offenen Medienkrieg in Deutschland gegen Schiiten?“. Es folgte ein Artikel auf Offenkundiges über die Laufbahn und die Motive von Antje Schippmann, der Autorin der Hetzserie, unter dem Titel „Wer ist Antje Schippmann?“. Die Springerpresse wurde durch diese zwei Artikel offensichtlich empfindlicher getroffen, als die Autoren zu dem Zeitpunkt ahnen konnten.

Artikel gegen die Bild-Zeitung
Artikel im Muslim-Markt und in Offenkundiges, die Stritzel verärgerten

Björn Stritzel, 34 Jahre, Journalist der Bildzeitung in der Abteilung Politik und enger Vertrauter von Antje Schippmann, holte zum Gegenschlag aus. Aber nicht in Form weiterer Verleumdungen in der Bild-Zeitung, sondern durch einen Angriff auf die m-haditec GmbH hinter den Kulissen. Er recherchierte die Firmenstruktur, die Kunden des Halal-Zertifikats und schrieb denen eine angebliche Presseanfrage, die wir hier vollständig wiedergeben:


Von: Stritzel, Björn
An: Firmenkunden des Halal-Zertifikats von m-haditec
Gesendet am: Zu unterschiedlichen Zeiten Ende Oktober 2017

Betreff: Presseanfrage BILD / Halal-Zertifikat

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Webseite der Firma m-haditec GmbH & Co KG (Halal-Zertifikate) wird angezeigt, dass Ihr Betrieb einer der Kunden ist.

http://www.halal-zertifikat.de/halal_zertifizierte_betriebe/images/zertifizierte_betriebe.htm
[Anmerkung von Offenkundiges: Zum Schutz ihrer Kunden hat m-haditec inzwischen alle Verweise auf ihre Kunden von der Seite gestrichen.]

Für eine Recherche dazu hätte ich einige Fragen:

1. Ist diese Angabe zutreffend? Falls ja: Seit wann und in welchem Umfang?

2. Falls ja: Ist Ihnen bekannt, dass die Geschäftsführer Yavuz und Gürhan Özoguz eine islamistische Plattform – den „Muslim Markt“ – betreiben? Auf dieser Seite wird u.a. zum Boykott Israels aufgerufen und zur Teilnahme am antisemitischen al-Quds-Marsch. Nach einem kritischen Bericht drohten sowohl Yavuz Özoguz als auch sein Sohn Hüseyn einer deutschen Journalistin, dass sie und andere Journalisten des Axel-Springer-Verlags nach dem Untergang des „Apartheidregimes“ (gemeint ist der Staat Israel) vor Tribunale gestellt werden.

Ist Ihnen ferner bekannt, dass die Geschäftsführer Yavuz und Gürhan Özoguz am Online-Sender Muslim TV beteiligt sind? Dort wurde zuletzt ein iranisches Video veröffentlicht (gepostet von m-haditec Geschäftsführer Gürhan Özoguz), das von einer paramilitärischen Einheit produziert wurde, um minderjährige Jungen zum Krieg in Syrien und zur „Eroberung“ Jerusalems anzuwerben.

3. Ist eine solche politische Ausrichtung vereinbar mit den Werten Ihres Unternehmens?

Quellen:

Werbevideo der iranischen Bassidsch-Miliz zur Rekrutierung von Minderjährigen, verlinkt am 3.10.2017 auf Muslim TV: „Gemäß dem Befehl meines Herrn (Imam Chamenei) bin ich stets opferbereit. Das Ziel ist nicht nur die Befreiung des Iraks und Syriens, mein Weg führt über Aleppo, und Jerusalem (quds) ist mein Ziel.“

http://muslim-tv.de/videoclip-verteidiger-des-haram-03-10-2017/

Androhung von Tribunalen gegen Journalistin und Ankündigung des Untergangs Israels durch Yavuz Özoguz auf Muslim-Markt:

http://www.muslim-markt-forum.de/t1400f2-Wollen-Zionisten-einen-offenen-Medienkrieg-in-Deutschland-gegen-Schiiten.html#msg4219

Androhung von Tribunalen gegen Journalistin und Ankündigung des Untergangs Israels durch Hüseyn Özoguz auf Offenkundiges (wurde ebenfalls verlinkt auf Muslim Markt):

https://offenkundiges.de/wer-ist-antje-schippmann-eine-journalistenkarriere-bei-der-springerpresse/

Aus dem Bericht des Verfassungsschutzes von 2006: „Betreiber des Internet-Portals „Muslim-Markt“ (MM) ist der türkischstämmige schiitische Islamist Yavuz ÖZOGUZ, unterstützt durch seinen Bruder Gürhan ÖZOGUZ. Die Brüder ÖZOGUZ sympathisieren mit dem theokratischen Regierungssystem der Islamischen Republik Iran und agitieren in diesem Sinne. Über den MM wird direkt oder indirekt antizionistische und antiisraelische Propaganda verbreitet. Daneben fiel Yavuz ÖZOGUZ in der Vergangenheit wiederholt durch islamistische Äußerungen auf.“

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/PeriodischerBericht/Berichte-der-Bundesregierung/2007/07/Anlage/2007-07-30-verfassungsschutzbericht-2006.pdf;jsessionid=B536632D196834F474904E696ADE7DC6.s4t1?__blob=publicationFile&v=2

Vielen Dank und freundliche Grüße,

Björn Stritzel
BILD Politik

Axel Springer SE
Axel-Springer-Straße 65
10888 Berlin

[Anmerkung von Offenkundiges: An dieser Stelle stand die dienstliche Mailadresse und Telefonnummer von Stritzel.]


Zusammengefasst: Diese Leute haben gegen uns, die Springerpresse, Artikel verfasst, und deswegen fordern wir von Ihnen eine Rechtfertigung, besser eine Kündigung Ihrer Zusammenarbeit mit m-haditec. Ansonsten könnten wir Ihr Unternehmen in einem entsprechenden Artikel in der Bild als Kunde von Antisemiten erwähnen.

Diese in der Mail nicht explizit formulierte Drohung wurde von den Unternehmen sofort verstanden: Ein kleiner Teil von ihnen wandte sich verängstigt vom Halal-Zertifikat ab, ohne nachzufragen. Ein Teil der Kunden reagierte entsetzt auf die Hetze der Bild. Viele fragten bei m-haditec nach und entschieden sich anschließend, ob sie der Drohung standhalten könnten.

Gespickt war die Drohung mit einer ganzen Reihe von Unwahrheiten. So wurde der Eindruck erweckt, dass der Muslim-Markt antisemitisch sei, obwohl der Muslim-Markt seit über einem Jahrzehnt gegen Antisemitismus aufruft. Und in dem zitierten Artikel von Offenkundiges war nicht von Tribunalen die Rede, wie Stritzel behauptete, sondern von Wahrheitskommissionen. Das waren die Gremien in Südafrika, die nach dem Ende des Rassismus aufgearbeitet haben, wer zu den Hauptverantwortlichen des rassistischen Regimes zählte, darunter auch Journalisten. Zudem wirbt das verlinkte Video keinesfalls um minderjährige Soldaten, sondern tröstet einen Waisenjungen, dessen Vater im Einsatz gegen die ISIS-Terroristen gefallen ist, mit Verweis auf einen Märytrer der Frühzeit des Islams.

Björn Stritzel war mit dem Ergebnis seiner Aktion offenbar unzufrieden. In einer zweiten Welle kontaktierte er Ende November 2017 telefonisch die Unternehmen, die seiner Aufforderung zur Distanzierung nicht gefolgt waren und drohte ihnen diesmal unverhohlen mit negativen Schlagzeilen in der Bild-Zeitung. Aufgebrachte Kunden informierten m-haditec über seine Drohanrufe. Der Mangel an Professionalität von Stritzel ist bemerkenswert.

Es bleibt die Frage nach dem Warum. Warum greift ein Milliardenkonzern mit seiner Medienmacht ein kleines Familienunternehmen an, dessen Inhaber einige Artikel gegen die Machenschaften des Sprachrohrs Israels in Deutschland verfasst haben? Warum ist die Bild-Zeitung dabei auf Lügen angewiesen, anstatt für Israel zu argumentieren? Offenbar sollen die Autoren unter Druck gesetzt werden, in der verzweifelten Hoffnung, dass sie in Zukunft weniger gegen die Verbrechen des Apartheidregimes schreiben und gegen seinen medialen Vertreter in Deutschland. Das Gegenteil wird geschehen.

Journalisten wie Stritzel oder Schippmann haben ihr Schicksal bereitwillig an das Schicksal Israels gekettet. Die Wahrheitskommissionen, die Björn Stritzel verängstigen, könnten schon näher sein, als selbst pessimistische Zionisten befürchten. Rufmordkampagnen gegen die Gegner der Springerpresse und des Zionismus werden dann sicherlich auch in Deutschland aufgearbeitet werden.

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