Am vergangenen Sonntag (15.1.) richtete das Regime von Al-Chalifa in Bahrain drei Jugendliche hin. Sami Muschayma, Ali Al-Sinqasi and Abbas Al-Samia wurden beschuldigt, im Jahre 2014 Soldaten mit Sprengsätzen angegriffen zu haben. Ihre Hinrichtung löste Proteste in allen Teilen der bis dato friedlichen Widerstandsbewegung des Bahrainer Volkes gegen die von Saudi-Arabien gestützte Diktatur aus.

Am Montag verkündete Sayyid Murtada Al-Sanadi von der Bewegung der islamischen Loyalität (Tayyar Al-Wafaa Al-Islamiy), dass der bisher friedliche Widerstand ab sofort in eine neue Phase eingetreten ist.

Es folgt die sinngemäße Übersetzung eines Ausschnitts von Sayyid Al-Sanadis Rede (Video s.u.).


Die Erklärung von Sayyid Al-Sanadi

Wahrlich, dieses abscheuliche Verbrechen lehrt uns, dass Tränen allein zu nichts anderes führen außer zu Tränen. Sechs Jahre lang haben wir uns in friedlicher Geduld geübt, das war unsere einzige Methode. Sechs Jahre lang haben wir die Welt angefleht uns beizustehen, wir erhielten jedoch nichts als Tränen. Nicht eine der Unterdrückungen wurde beendet. Nicht eine hasserfüllte Repressalie gegen uns wurde zurückgezogen oder aufgehoben. Unser Flehen brachte uns nicht eine einzige Gerechtigkeit.

Ab heute und von nun an hat sich die Situation geändert. Wir von der Bewegung der islamischen Loyalität erklären hiermit, dass wir in eine neue Phase unseres Widerstandes eintreten, wie wir es bereits in der Gedenkschrift für die Märtyrer verkündet haben: Eine Hand ist auf dem Schlachtfeld und die andere am Abzug (der Waffe). Wir werden alle Konsequenzen erdulden und wir meinen es ernst. Die Verantwortung für alle Konsequenzen liegt beim Regime von Al-Chalifa.

Widerstand, Widerstand gegen den herrschenden Verbrecher! – Ruf des Publikums

Wir werden nicht darauf warten, dass andere zu uns aufschließen; wir werden voranschreiten. Wer sich uns anschließen möchte, schließe sich uns an. Und wer sich uns nicht anschließen möchte, der tue es nicht, es ist seine Entscheidung. Wir werden voranschreiten und wer immer dieser Karawane beitreten möchte, der sei willkommen. Wer immer von diesem Pfad Abstand halten möchte, tut dies als seine Wahl, und wir werden ihm nicht auferlegen unsere Last mitzutragen.

Wir sind bereit für das Martyrium, für den Tod, wir werden fortschreiten, ohne auf die Erlaubnis von irgendwem zu warten, ohne auf jemanden zu warten, der sich uns anschließt.

Diese Entscheidung und dieses Ereignis stellen einen Wendepunkt in der Geschichte Bahrains dar. Das Blut der Märtyrer wird nicht vergebens sein! Wir versprechen den Familien der Märtyrer und den Söhnen von Bahrain: Wir werden dieses Blut vergelten und niemals zulassen, dass es versickert.

Tod dem Hamad (Al-Chalifa)! – Ruf des Publikums

Das sind nicht nur flammende Parolen, noch ist die Entscheidung ein bloßer Gefühlsausbruch. Vielmehr ist es das Projekt unseres großen Lehrers, der aus dem Gefängnis heraus sprach: „Es gibt (für Bahrain) nur die Wahl zwischen Zweien, etwas Drittes gibt es nicht: entweder ein gerechter Staat oder der rechtmäßige Widerstand. Daher werden wir unsere Unterdrückung durch die Regierung nicht akzeptieren, noch unsere Diskriminierung, noch die herrschende Diktatur.“

Das sind die Worte unseres Mudschahid-Lehrers, gesprochen hinter den Gittern des Gefängnisses. Seine Aussage ist nun unser Projekt, und daran werden wir arbeiten. Wir werden die Mittel sammeln, Widerstand leisten, und wir werden auf dem Schlachtfeld weder leer ausgehen, noch werden wir alleine sein.

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