An einem sonnigen Samstag trafen wir uns auf einem Hof am Rhein und bereiteten uns auf den Paddel-Wettkampf vor. Der Wettkampf begann verheißungsvoll und heitere Gefühle mischten sich mit dem verlockenden Duft der blühenden Blumen des sommerlichen Tages. Zwischendurch legten wir eine Pause ein, in der wir auf dem warmen Gras sitzend ein wenig naschten.

Das letzte kritische Gespräch lag weit zurück, aber alle konnten sich noch gut an die Spannungen erinnern, die beim letzten Mal hervorgerufen wurden. Wie gewöhnlich war das aktuelle politische Geschehen das Hauptfutter unserer Gruppengespräche: Diese Woche stand das Thema Ehe für alle an der Tagesordnung. Die Meinungen meiner Kollegen zum neuen Gesetzesentwurf waren äußerst einstimmig und alle waren mit der aus ihrer Sicht schon lange überfälligen Entwicklung in Richtung „moderne Gesellschaft” zufrieden.

Anna, die ihre Neugier nicht unterdrücken konnte, blickte in meine Richtung, als wäre ich ein Außerirdischer, von dem man mehr erfahren möchte, oder ein Gebiet, welches man unbedingt entdecken wollte.

„Und was denkst du darüber, Mohammad? Es gehört nicht zu deiner Gewohnheit, bei solchen Themen schweigend dazusitzen.“

„Ich habe euer harmonisches Gespräch verfolgt und wollte ungern die Einigkeit mit meinen Gedanken stören.“

„Also hast du mal wieder was dagegen einzuwenden? Ich verstehe nicht, wie gerade du dir anmaßt, die Liebe zwischen zwei Menschen und deren Zusammenleben zu verbieten. Mit welchem Recht?“

Die Frage von Anna ließ mich verstehen, wie groß sie die Liebe zwischen Menschen schätzt und dass sie sich moralisch verpflichtet fühlt, ein Verfechter der Homosexualität zu sein. Die Liebe zur Gerechtigkeit und die Abneigung gegen Unterdrückung gehören zur natürlichen Veranlagung des Menschen – es sei denn, sie zerstören diese Veranlagung im Laufe der Zeit. Aber wie so oft diskutieren Menschen aneinander vorbei und ihr Austausch führt zu Feindschaft, obwohl sie eigentlich ähnliche Absichten hegen.

In dem Moment wurde mir klar, dass Anna und ich das gleiche Ziel verfolgen. Wir beide wünschten den Homosexuellen sowie allen Menschen das Erlangen der Seelenruhe. Nur hatten wir verschiedene Ansichten, wie dieser Zustand der Zufriedenheit im Herzen erreicht werden kann und wodurch er verhindert wird. Anna dachte, dass er durch das Ausleben und Befolgen jeglicher, auch abnormaler Triebe erreicht werden kann. Ich hingegen vertrete die Meinung, dass genau diese zügellose Freiheit unsere Geschwister in der Menschlichkeit in eine Zwickmühle der seelischen und körperlichen Unzufriedenheit führt.

„Liebe Anna, es ist mir wichtig, vorerst klarzustellen, dass meine Kritik die Handlung betrifft. Ich verurteile nicht den Menschen, der diese Tat begeht. Genauso wenig, wie ich Drogensüchtige verurteile. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass familiäre und gesellschaftliche Umstände den Weg für solche unnatürlichen Neigungen zum gleichen Geschlecht ebnen können. Jedoch sollte die Kritik dabei helfen, die Menschen und somit die Gesellschaft zu verbessern. Wenn man alle Taten mit dem Freiheits-Argument rechtfertigt, dann würde man der Gesellschaft viel Übles antun.
Wenn die Freiheit über allem steht, dann verstehe ich nicht, warum wir den Drogenkonsum verbieten und den Drogensüchtigen nicht seine Freiheit ausleben lassen?“

„Weil es moralisch und gesundheitlich schädlich ist und weil diese Art der Freiheitsauslebung anderen in die Quere kommen kann. Beispielsweise ein Süchtiger, der andere belästigt oder sich selbst und andere in Gefahr bringt. Das kannst du von Homosexuellen nicht behaupten.“

„Aber was wäre denn, wenn man dafür sorgen könnte, dass ein Drogensüchtiger sich zu Hause einschließt und dort seine Drogen konsumiert. Wäre es dann moralisch in Ordnung, wenn er dort seine Freiheit auslebt?“

„Solange er niemandem schadet, ja.“

„Also für dich definiert die persönliche Freiheit, was gut für die Menschen und was schlecht ist, vorausgesetzt dass diese Freiheit andere nicht einschränkt. Nach deiner Definition dürften Geschwister Inzest betreiben oder eine Mutter mit ihrem erwachsenen Sohn verkehren, wenn beide es wollen. Solange sie keine Kinder gebären, schaden sie offensichtlich niemandem. Pädophilie sollte auch kein Problem sein, solange beide, die Minderjährigen und Erwachsenen, damit einverstanden sind. Also sollten Drogenkonsum, Pornographie, Pädophilie und Inzest unseren Kindern schon in den Grundschulen als vorbildliche Beispiele für die Auslebung der Freiheit gelehrt werden, solange ihnen beigebracht wird, dass man dabei die Freiheit der anderen nicht antasten darf? Siehst du denn nicht, wie mit dieser übertriebenen Priorisierung der Freiheit die Gesellschaft zerstört werden kann? Oder ist dir das auch egal?“

„Moment mal!“, sagte Anna nun sichtlich angespannt. „Die Ablehnung von Inzest und Pädophilie hat moralische und gesundheitliche Aspekte. Pädophilie im Sinne von Geschlechtsbeziehungen mit Kindern ist moralisch verwerflich, weil damit Kinder missbraucht werden. Die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten und anderen gesundheitsschädlichen Folgen eines inzestuöses Verhältnisses sind nachgewiesen und daher gesellschaftlich verpönt. Das ist bei homosexuellen Beziehungen anders. Die gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen, die sich lieben, und niemandem Schaden zufügen, ist einfach schändlich und nicht begründbar!“

Ich behielt meine Ruhe und antwortete entgegenkommend: „Also kann ich deiner Aussage entnehmen, dass das Verbot von bestimmten Handlungen wie Inzest, welche nachweislich erhebliche moralische und gesundheitliche Folgen haben, erwünscht ist, um den Wohlstand und den Fortschritt unserer Gesellschaft voranzutreiben?“

„Ich bin grundsätzlich deiner Meinung“, erwiderte Anna vorsichtig, nachdem sie ahnte, welches Argument als nächstes folgt. „Auch, wenn ich sagen muss, dass es stark davon abhängt, wie schwerwiegend die Folgen sind. Dabei soll beachtet werden, dass das Verbieten auf individueller Ebene auch die allgemeine Unzufriedenheit steigern könnte und somit den Fortschritt der Gesellschaft verhindert.“

„Es ist eine Abwägung“, antwortete ich. „Wenn man beispielsweise öffentlichen Drogenkonsum oder Inzest verbietet, schützt man die Gesellschaft auf Kosten der Unzufriedenheit weniger. Diese mögen insgeheim weiterhin konsumieren, aber dennoch sind wir uns alle einig, dass sich die Gesellschaft eine öffentliche Legalisierung, die zu einem Massenphänomen führen kann, nicht leisten kann und deshalb ein öffentliches Verbot unverzichtbar ist.“

Einem der Kollegen, der unserem Gespräch schon länger folgte, schien das Argument schlechthin eingefallen zu sein. „Aber Mohammad“, sagte er und zog seine Augenbrauen grinsend hoch. „Warum sollte das Wohlbefinden der Gesellschaft Priorität gegenüber dem individuellen Wohlbefinden haben? Warum darf nicht jeder einfach tun und lassen, was er will, auch wenn gesellschaftlicher Schaden entsteht?“

Alle mussten schmunzeln, denn sie erkannten die philosophische Frage nach dem Sinn der Moral, die mich zu provozieren bezweckt, um vom Gesprächsthema abzulenken. Daher atmete ich nur kurz auf und antwortete: „Bitte lass uns ein anderes mal darüber reden. In einer Gesellschaft, in der Freiheit ohne moralische Grundlage wild ausgelebt wird, ist die Verdorbenheit prädestiniert. Ich denke, wir alle sind uns einig, wenn ich sage, dass das Wohlbefinden und der Fortschritt unserer Gesellschaft vorangetrieben und gesichert werden soll.“

„Aber Mohammed, es kann doch nicht sein, dass du in einer Demokratie lebst und das Ergebnis einer vom Volk getragenen demokratischen Entscheidung nicht akzeptierst!“, kommentierte ein anderer Kollege mit seiner gewöhnlich ruhigen Art. Doch seine Mimik verriet, dass er uns einen langen Vortrag über Demokratie halten würde, falls ich nun nicht die richtigen Worte fände. Vielleicht wollte er auch vom eigentlichen Thema der Homosexualität ablenken. Jedenfalls durften wir jetzt nicht zu lange bei diesem Thema verweilen, sonst kämen wir nicht vor Sonnenuntergang wieder in unsere Kanus. Und ich könnte den gemütlichen Abend mit meiner Familie vergessen.

„Du willst also sagen, dass die Mehrheit der Gesellschaft bestimmt, was moralisch richtig oder falsch ist. Wenn das so sein sollte, warum haben dann die Homosexuellen gegen die Mehrheit der Gesellschaft agiert, um die moralischen Standards zu ändern? Und warum beklagen wir uns über die Nazi-Gesellschaft, die mehrheitlich für die Machtergreifung Hitlers abgestimmt hat? Es ist doch geschichtlich belegt, dass die Mehrheit des Öfteren unmoralisch handelt.“

Anna ergriff nach diesen Abschweifungen wieder das Wort, diesmal im ernsten Ton: „Klar hat die individuelle Freiheit moralische Grenzen und es ist völlig legitim, gegen den Entscheid der Mehrheit zu agieren, um unmoralische Beschlüsse umzukippen. Aber jetzt musst du uns beweisen, warum Homosexualität unmoralisch sein soll, um deinen Einsatz dagegen rechtzufertigen. Außer dass sie in mittelalterlichen Religionen verteufelt wird, finde ich keine Argumente, weshalb nicht zwei Menschen, die einander lieben, zusammenkommen dürfen.“

Danke Anna, dachte ich. Das war meine Chance, den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt, warum Homosexualität moralisch verwerflich ist, auf den Tisch zu legen: „Ich wollte vorhin schon ausführen, warum es keinen Zweifel daran gibt, dass homosexuelle Beziehungen der Gesellschaft Schaden zufügen, und das nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch auf der gemeinschaftlichen. Der Fortschritt der Gesellschaft ist abhängig vom Fortschritt ihrer kleinsten Einheit, nämlich der Familie.
Wenn wir nun abnormale Familienbildungen, wie die homosexuelle Ehe, zulassen, so tolerieren wir eine prädestinierte Beeinträchtigung des Fortschritts. Zum einen, weil solch ein Gebilde keine Möglichkeit besitzt, sich fortzupflanzen. Somit kann sie einen der wesentlichen Aspekte, der zum Fortschritt der Gesellschaft beiträgt, nicht erfüllen. Doch selbst wenn wir eine zu hohe Geburtenrate hätten, würde diese abnormale Familienbildung als Massenphänomen der Gesellschaft erhebliches Leid zufügen.
Zum anderen manifestieren sich auf der persönlichen Ebene etliche Krankheitsbilder durch das Ausleben homosexueller Praktiken. Dabei handelt es sich um psychologische aber auch körperliche Krankheiten, wie aktuelle Studien belegen.1 2 3 Besonders der psychische Schaden der Betroffenen und seine Übertragung auf unschuldige adoptierte Kinder sind beängstigend. Der unnatürliche Rollentausch: ein Mann, der als Mutter-Imitat fungiert, und eine Frau, die den Vater imitiert. Das widerspricht grundsätzlich den Voraussetzungen einer gesunden Kindererziehung. Experten 4 5 warnen: Kinder, die bei homosexuellen Paaren heranwachsen, können während der Pubertät erhebliche Probleme mit ihrer Identitätsfindung haben und unter besonderen seelischen Druck stehen.“

Annas Augen blitzten kurz auf, dann sagte sie hastig: „Wenn alle Menschen sich entschließen würden, im Zölibat zu leben oder keine Kinder zu bekommen, würden wir auch aussterben. Dennoch habe ich noch nie gehört, dass die kinderlosen Ehen als unmoralisch bezeichnet werden. Es muss doch nicht jeder gleich ein Kind zeugen, meine Güte! Die von dir zitierten Studien mögen ja richtig sein, doch unsere Gesellschaft hat viel gefährlichere Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkohol trinken oder Abtreibung, worunter die Kinder doch viel stärker leiden! Wo bleibt dort der Aufschrei?“ Anna beendete ihren letzten Satz abrupt, weil ihr klar wurde, dass sie die Worte an die falsche Person richtete.

Diesmal konnte ich mir ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen: „Nur weil die Gesellschaft einige moralisch perverse Sitten akzeptiert, muss ich sie nicht akzeptieren. Wenn der Mensch sich vom Ziel des Lebens distanziert – die Erlangung der höchsten Stufe der Moral – wird er zwangsläufig selbstsüchtiger. Seine einzige Sorge wird es dann sein, seine irrationalen, endlosen Triebe zu befriedigen. So gesehen ist es kein Wunder, dass solche abnormalen Beziehungen befürwortet und normalisiert werden sollen, um einzelne Personen zu befriedigen, während der Wohlstand und die gesunde Weiterentwicklung der Familie und der Gesellschaft zweitrangig werden. Auch ist es kein Wunder, dass die zwei wunderschönen Worte Mama und Papa nun gewaltsam umdefiniert werden müssen.“

„Du wiederholst ständig das Wort ‚abnormal‘, aber Homosexualität ist genetisch begründet.“ Anna nahm einen kurzen Atemzug und fuhr fort: „Selbst wenn das stimmen würde, dass diese Beziehung moralisch bedenklich für die Gesellschaft wäre, was können denn die Homosexuellen dafür, dass sie so geboren sind?“

„Das ist mitnichten der Fall. Aktuelle Forschungen6 belegen, dass bei Homosexualität, anders als etwa bei Transsexualität13, keine Evidenz vorliegt, dass Gene existieren, welche einen Homosexuellen von einem Heterosexuellen unterscheiden. Wäre Homosexualität ausschließlich durch genetische Veranlagung hervorgerufen, dann hätten alle eineiigen Zwillingsgeschwister dieselbe sexuelle Ausrichtung. Dies ist offensichtlich nicht der Fall, wie Studien belegen.7 Angenommen, Homosexualität wäre angeboren, wie erklärst du dir dann den häufigen Wechsel der sexuellen Orientierung vieler Homosexueller im Laufe ihres Lebens?8 Aber selbst wenn wir annehmen, dass Homosexualität genetisch veranlagt wäre, dann sollten wir konsequent bleiben und kriminelles Verhalten ebenfalls nicht verurteilen. Schließlich kann der Mörder nichts dafür, dass er mit einem sogenannten Krieger-Gen geboren ist. Studien haben gezeigt, dass das Krieger-Gen9 für ein impulsives und aggressives Verhalten verantwortlich sein kann. Sollten die Kriminellen deswegen freigesprochen werden, wenn sie dieses Gen tragen? Wir wissen doch, dass trotz der genetischen Veranlagung ein freier Wille existiert, mit dem die unmoralischen Tendenzen überwunden werden können. Was ist daran so schlimm, wenn eine Person merkt, dass sie unnormale sexuelle Wünsche hegt und sich dann in psychologischer Behandlung begibt?“

Ein Kollege stand protestierend auf: „Diesen Unsinn muss ich mir nicht weiter von einem Homophoben wie dir anhören. Jemand mit Verstand könnte zu all deinen Scheinargumenten einiges erwidern.“

„Bitte sachlich und bescheiden bleiben, lieber Kollege.“ Ich antwortete mit aufgebrachter Stimme. „Hast du mich jemals davonrennen, geschweige denn davonrudern sehen bei einem Treffen mit einer oder einem Homosexuellen? Das würde eine Phobie gegenüber Homosexuellen bestätigen. Aber diese Begriffsverfälschung10 ist typisch für die Homosexuellen-Lobby, die um jeden Preis die Homosexualität zu normalisieren versucht und die Kritiker als Homophoben oder Faschisten abstempelt. Diese Lobby ist so stark, dass sie sogar vor kurzem erzwungen hat, dass Homosexuelle wieder Blut spenden dürfen.11 Das haben sie erreicht, obwohl die Bundesärztekammer warnt, dass bei solchem Sexualverhalten ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie Hepatitis B (HBV), Hepatitis C (HCV) und Aids (HIV) vorhanden ist.“

In dem Moment ergriff Anna wieder das Wort und versuchte, durch eine andere Frage die Situation zu beruhigen: „Aber wie erklärst du die natürliche Verbreitung von Homosexualität in der Tierwelt?“

„Tiere sind trieborientiert und leben ihre sexuellen Handlungen unbewusst. So kann es passieren, dass ein Tier einen gleichgeschlechtlichen Partner wählt, um seine sexuellen Triebe zu befriedigen, wenn gerade keinen andersgeschlechtlichen in Reichweite sind. Aber selbst wenn die Mehrheit der Tiere homosexuell wäre, welchen Schluss möchtest du daraus ziehen? Sind Tiere plötzlich unsere moralischen Vorbilder geworden? So gesehen sollten wir demnächst auch Kannibalismus, Mord und Vergewaltigung legalisieren, was in der Welt der Tiere häufig vorkommt. Ein Löwe tötet bei der Rudelübernahme üblicherweise die ganz jungen Tiere des Rudels, damit die Mütter früher empfangsbereit sind.“

„Ich verstehe dich nicht, Mohammad. Wir haben es in unserer modernen Gesellschaft endlich geschafft, diese Menschen vor der Diskriminierung zu schützen. Die lang andauernde Diskriminierung durch Tyrannen, durch die Kirche, durch die Nazis und durch verschiedene Zivilisationen. Endlich wurde sie unterbunden. Homosexuelle wurden verfolgt, gequält, umgebracht, verbrannt und verbannt. Nur weil sie einander liebten. Und du willst ihnen nur aufgrund von moralischen oder gesundheitlichen Folgen, die nicht mal so richtig nachweisbar sind, das Recht nehmen, einander zu lieben und sie stattdessen wieder zurück in eine Welt des Elends, der Diskriminierung und Unterdrückung schicken? Mich würde interessieren, wie du das einem Homosexuellen erklären würdest!“

Hier wurde mir klar, dass unser Gespräch stagnierte und die gleichen Argumente sich wiederholten. Deswegen entschied ich mich, das Gespräch zu beenden und erwiderte in einem enttäuschten Ton: „Ich will doch niemanden verbrennen, verbannen oder diskriminieren, sondern ihnen helfen, diese Krankheit zu heilen! Ich würde ihm oder ihr liebevoll und auf die möglichst beste Art und Weise meine Absicht erklären, genauso wie ich jemandem, der Alkohol trinkt, erklären würde, dass diese Handlung für seinen Körper und seine Seele schädlich ist. Die Tatsache, dass Tyrannen in der Geschichte Homosexuelle erschlagen haben und dass nun die Mehrheit der Gesellschaft Homosexualität legalisiert, macht es nicht moralisch. Die Legalisierung der abnormalen Beziehungen oder der Ehe für alle ist übrigens keine Errungenschaft der westlichen Welt. Viel früher haben uralte Kulturen wie die der Griechen solche Beziehungen toleriert. Für mich ist es eher ein Rückschritt als ein Fortschritt. Du denkst, dass die regellose Auslebung der Triebe dazu verhelfen soll, diese Menschen glücklich zu machen und ihnen Ruhe im Herzen gewähren würde. Ich dagegen vertrete die Meinung, dass genau diese zügellose Freiheit sie in eine Zwickmühle der seelischen und körperlichen Unzufriedenheit versetzt. Die hohen Depressions- und Suizidraten unter den Homosexuellen 4 5 12 bekräftigen meine Aussage. Homosexualität ist eine Ausschweifung der menschlichen Natur, die behandelt werden kann, wie jedes andere abnormale Verhalten auch, wie Neid, Wut, Hass, Pädophilie etc.
Durch die Selbstliebe mögen kurzzeitige Befriedigungen erfüllt werden, aber wahres Glück in diesem Leben liegt nur in der Lossagung vom eigenen Ego und der Verschmelzung mit dem anderen Geschlecht, um eine Einheit zu bilden und sich den Attributen der Vollkommenheit anzunähern. Man muss wirklich kein Biologe sein, um das Spiegelbild der spirituellen Einheit in der sexuellen Vereinigung zwischen Mann und Frau deutlich zu erkennen.
Die Ehe als Keimzelle der Gesellschaft sollte diese Einheit von männlichen und weiblichen Eigenschaften zur Erlangung der vollkommenen Attribute Gottes ermöglichen. Alles andere ist eine Vergewaltigung der Seele und führt zu Chaos und Zerstreuung auf diesem Weg.“

Gott sei Dank war das Wetter noch immer so sonnig wie zu Beginn unserer Tour. Wir beschlossen, die Diskussion einfach nicht mehr fortzuführen, und paddelten den restlichen Flussweg mit bald wieder heiterer Stimmung, denn es fand sich schnell ein Kollege, der die Truppe auf andere Gedanken brachte.

  1. AIDS Bericht: CDC FACT SHEET Today’s HIV/AIDS Epidemic, August 2016, Link.

  2. Diep et al. Emergence of multidrug-resistant, community-associated, methicillin-resistant Staphylococcus aureus clone USA300 in men who have sex with men, Ann Intern Med. 2008 Feb 19;148(4):249-57. Epub 2008 Jan 30. Link.

  3. Brian W. Ward et al., Sexual Orientation and Health Among U.S. Adults: National Health Interview Survey, National Health Statistics Reports Number 77 July 15, 2014. Link.

  4. https://www.pocketstory.com/der-spiegel/der-vater-ein-mutter-imitat

  5. Mayer, Kenneth H., et al. Sexual and gender minority health: what we know and what needs to be done. American journal of public health 98.6 (2008): 989-995. Link.

  6. Rice, W. R., Friberg, U., & Gavrilets, S. (2012). Homosexuality as a consequence of epigenetically canalized sexual development. The Quarterly Review of Biology, 87 (4), 342-368.

  7. Homosexualität und Zwillinge: a) http://www.zeit.de/online/2008/27/zwillingsstudie-homosexualitaet – b) Kirk, K. M., Bailey, J. M., Dunne, M. P., & Martin, N. G. (2000). Measurement models for sexual orientation in a community twin sample. Behavior genetics, 30(4), 345-356.

  8. Homosexualität und Psychologische Probleme: a) Diamond, L. M. (2008). Female bisexuality from adolescence to adulthood: Results from a 10-year longitudinal study. Developmental Psychology, 44, 5–14. b) Savin-Williams, R. (2005). The new gay teenager. Cambridge, MA: Harvard University Press.

  9. Lea, Rod, and Geoffrey Chambers. Monoamine oxidase, addiction, and the “warrior” gene hypothesis. Lea 50 (2007): 46.

  10. Kenan Dzudzic, Islamophobie und Homophobie, April 2017, https://offenkundiges.de/islamophobie-und-homophobie/

  11. Andreas Baumer, Schwule dürfen Blut spenden – aber nicht bedingungslos, August 2017, http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Schwule-duerfen-wieder-Blut-spenden-Was-sie-wissen-muessen-id42334121.html

  12. Homosexualität aus wissenschaftlicher Sicht, Informationsblatt November 2016. http://www.zukunft-ch.ch/wp-content/uploads/2016/05/Zukunft-CH-Infoblatt-Homosexualität_V-2.pdf

  13. Ein Transexueller ist jemand, dessen Genetik und Phänomologie sich widersprechen, der also geschlechtlich ein Mann ist, obwohl er genetisch eine Frau ist, oder umgekehrt, was an seinen Chromosomen nachweisbar ist. Für diesen Personenkreis gibt es heutzutage medizinische Maßnahmen, die ihren Körper der eigentlichen seelischen Identität weitgehend anpassen können. Und einige muslimische Gelehrte erlauben das.

  14. Laut 11 waren zwei Drittel der im Jahr 2015 insgesamt 3200 deutschlandweit HIV-Infizierten homosexuelle Männer.

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