Das Landgericht Köln hat im Jahre 2012 in einem Urteil die religiöse Beschneidung minderjähriger Jungen als strafbar abgeurteilt.[1] In dem Urteil heißt es, dass die Beschneidung eine irreversible Körperverletzung darstelle und – da die Beschneidung meist im Säuglingsalter vorgenommen werde – jeglicher rechtlichen Basis entbehre, da Säuglinge nicht nach ihrem Einverständnis gefragt werden können. Das Urteil sei keineswegs ein Eingriff in das elterliche Erziehungsrecht,[2] heißt es von den Befürwortern.

Gegen die Wogen des Protestes der Sprecher jüdischer, christlicher und muslimischer Verbände argumentierten so genannte Rechtsexperten, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit über die freie Religionsausübung Priorität habe. Archaische Rituale seien nicht mit der Modernität des 21. Jahrhunderts vereinbar.

Ob und inwieweit die Beschneidung bei Jungen medizinisch vorteilhaft ist, steht in diesem Artikel nicht zur Debatte. Diesbezüglich sei auf den Artikel „Die Beschneidung des jüdisch-christlichen Erbes in Deutschland wie in Syrien“ [3] von Dr. Yavuz Özoguz vom 28.06.2012 verwiesen, der auf die Folgen der Beschneidung eingeht.

Obwohl die Beschneidung von Jungen laut dem BGB durchaus erlaubt ist,[4] steht für die Befürworter jenes Verbotes also scheinbar die körperliche Unversehrtheit und das Wohl des Kindes im Vordergrund sowie die Bekämpfung archaischer Riten und das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, das vor allem im Falle von Kindern hohe Priorität habe.

Wie doppelzüngig die Argumente der Befürworter des Urteils sind, soll am Beispiel eines weiteren Urteils und der aktuellen Abstimmung über die sogenannte „Ehe für alle“ veranschaulicht werden:

Im Jahre 2008 urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass schwulen und lesbischen Paaren ein Recht auf Adoption zustehe.[5] Gemäß dem Urteil verstoße eine Ablehnung der Genehmigung zur Adoption aufgrund homosexueller Orientierung gegen den Artikel 14 der Menschenrechtskonvention. Auch die jüngsten Schritte, homosexuellen Partnerschaften den Status der Ehe einzuräumen, zielt unter anderem auf ein uneingeschränktes Adoptionsrecht homosexueller Paare ab.

Wieso wird bei solch einem Urteil und der aktuellen Debatte nicht die geistige und seelische Unversehrtheit Minderjähriger berücksichtigt? Säuglinge besitzen kein Entscheidungsvermögen, deshalb muss das für sie getan werden, was ihrem geistigen und körperlichen Wohl entspricht. Der Europäische Gerichtshof und auch die Abgeordneten im Bundestag haben grob fahrlässig genau das Gegenteil davon erzielt.

In der Pflege-Charta des Bundesfamilienministeriums [6] heißt es in Artikel 2, dass jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch das Recht auf Schutz vor Gefahren für Leib und Seele innehat. Dass hierunter auch Kinder – zumindest bis zu einem bestimmten Alter – fallen, sollte außer Frage stehen.

Die Adoption durch Gleichgeschlechtliche stellt eine irreversible Verletzung des gesunden Geisteszustandes Minderjähriger dar und entbehrt jeglicher rechtlichen Basis, da Säuglinge nicht nach ihrem Einverständnis gefragt werden können. Diese Argumentation ist kein Eingriff in das elterliche Erziehungsrecht, denn Eltern sind Vater und Mutter [7] und nicht zwei Väter oder zwei Mütter.

Die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke gibt in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel [8] an, dass die Wahrscheinlichkeit bei Mädchen, die bei Lesben aufwachsen, ebenfalls lesbisch zu werden, erhöht ist. Kinder, die bei homosexuellen Paaren heranwachsen, haben während der Pubertät erhebliche Probleme mit ihrer Identitätsfindung und stehen unter besonderem seelischen Druck. Die Psychologin führt an, dass die Kinder in dieser Phase deshalb einem sehr großen Druck ausgesetzt sind, weil sie sich für eine sexuelle Orientierung entscheiden müssen. Entscheiden sie sich dafür, ebenfalls homosexuell zu werden, so tun sie genau das, was ihre Umgebung erwartet und erfüllen ein weit verbreitetes Klischee. Entscheiden sie sich, heterosexuell zu sein, befürchten sie, ihre homosexuellen Erziehenden zu enttäuschen.

Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes. Die sogenannte „Ehe für alle“ oder das Adoptionsrecht für Homosexuelle bewirken aber die Zerstörung der seelischen Gesundheit der betroffenen Kinder und enthalten ihnen das Menschenrecht auf Vater und Mutter [9] vor.

Im 21. Jahrhundert sollte nicht versucht werden, die Homosexualität als etwas normales oder natürliches zu etablieren oder gar zu fördern. Die moderne Wissenschaft und Medizin sollte sich stattdessen stärker um die Heilung der archaischen Seelenkrankheit der gleichgeschlechtlichen Anziehung bemühen und durch den Staat finanziell unterstützt werden. Diesen Menschen sollten die Gerichte ein Recht auf Therapie einräumen, um sie nach erfolgreicher Heilung wieder in die Gesellschaft integrieren zu können, anstatt sich an der geistigen Gesundheit unschuldiger Kinder zu vergreifen.

Aber es geht schon lange nicht mehr um das körperliche oder geistige Wohl der Kinder. Sie werden lediglich von der Homosexuellen-Lobby als menschliche Schutzschilde in einer Schlacht gegen die Schöpfung missbraucht.


  1. http://www.sueddeutsche.de/panorama/urteil-des-landgerichts-koeln-beschneidung-von-jungen-aus-religioesen-gruenden-ist-strafbar-1.1393536 ↩︎

  2. §1626 ff. BGB ↩︎

  3. http://www.muslim-markt-forum.de/t158f2-Die-Beschneidung-des-juedisch-christlichen-Erbes-in-Deutschland-wie-in-Syrien.html ↩︎

  4. §1631d BGB ↩︎

  5. http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20080122_AUSL000_000BSW43546_0200000_000 ↩︎

  6. https://www.pflege-charta.de ↩︎

  7. Art. 19 Abs. 2 EGBGB ↩︎

  8. https://www.pocketstory.com/der-spiegel/der-vater-ein-mutter-imitat ↩︎

  9. Art. 7 Abs. 1 UN-Kinderrechtskonvention, Art. 9 UN-Kinderrechtskonvention, Art. 18 UN-Kinderrechtskonvention ↩︎

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